Nino Haratischwili

geboren 1983 in Tiflis, lebt in Hamburg. 1998 gründete sie an ihrer Schule eine deutsch-georgische Theatergruppe, das spätere Fliedertheater, für das sie vier Stücke auf Deutsch schrieb, inszenierte und spielte, und das mit einer Produktion 2000 sogar an einem Bremer Gymnasium gastierte. Nach dem Studium der Filmregie in Tiflis studierte sie 2003-2007 Theaterregie in Hamburg und machte ihren Abschluss mit der Inszenierung eines eigenen Stückes: MEIN UND DEIN HERZ. MEDEIA. 2008 gewann sie mit... weiterlesen »

geboren 1983 in Tiflis, lebt in Hamburg. 1998 gründete sie an ihrer Schule eine deutsch-georgische Theatergruppe, das spätere Fliedertheater, für das sie vier Stücke auf Deutsch schrieb, inszenierte und spielte, und das mit einer Produktion 2000 sogar an einem Bremer Gymnasium gastierte. Nach dem Studium der Filmregie in Tiflis studierte sie 2003-2007 Theaterregie in Hamburg und machte ihren Abschluss mit der Inszenierung eines eigenen Stückes: MEIN UND DEIN HERZ. MEDEIA. 2008 gewann sie mit ihrem Drama LIV STEIN einen der beiden Autorenpreise des Heidelberger Stückemarktes.

Weitere Stücke von Nino Haratischwili vertritt der Verlag Felix Bloch Erben in Berlin.

Auszeichnungen:

2015 Anna Seghers-Preis
2015 Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft
2011 Debütpreis des Buddenbrookhauses für ihren Roman "Juja"
2011 Preis der unabhängigen Verlage für ihren Roman "Mein sanfter Zwilling"
2010 Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis
2008 Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts; Rolf-Mares-Preis
 
Nino Haratischwili »
Theaterstücke (19)
Algier
von Nino Haratischwili
UA: Theater Lichthof, Hamburg, 5.6.2009. R: Nino Haratischwili
Malik ist Dokumentarfilmer. Er möchte einen Film über seine algerische Heimat drehen. Kurz vor der Abreise überstürzen sich die Ereignisse: Er selbst wird verhaftet, seine Freundin Cecilia fällt einem Verbrechen zum Opfer. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden. Allein gelassen in seiner Trauer und Wut freundet sich Malik mit der 16jährigen Klara an. Ein harmloser Zufall lässt die Situation eskalieren und führt in einer Kettenreaktion zur Katastrophe.
2D-2H
2D-2H




Das achte Leben (Für Brilka)
Roman von Nino Haratischwili
UA: Thalia Theater, Hamburg, 8.4.2017. R: Jette Steckel
Nino Haratischwilis in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienener "Jahrhundertroman" (RBB Radio) ließ Presse und Leser jubeln: ein epochales Werk mit klassischer Wucht und großer Welthaltigkeit, eine mitreißende Familiengeschichte, die sich vom Vorabend der russischen Oktoberrevolution bis ins Berlin des 21. Jahrhunderts erstreckt:

Georgien, 1900: Mit der Geburt Stasias, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, beginnt eine über sechs Generationen durch alle Revolutionen und Kriege des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart erzählte Familiensaga. Deutschland/Georgien, 2005: Nach dem Fall der Mauer und der Auflösung der UdSSR herrscht in Georgien Bürgerkrieg. Niza, Stasias Urenkelin, ist nach Berlin ausgewandert. Als sich ihre zwölfjährige, ins postsowjetische Chaos hineingeboren, Nichte Brilka nach einer Reise in den Westen weigert, nach Tbilissi zurückzukehren, spürt Niza sie auf. Sie erzählt Brilka die ganze Familiengeschichte: von Stasia, deren Traum, als Tänzerin nach Paris zu gehen, sich niemals erfüllt hatte, die aber noch hundertjährig unter dem heimischen Apfelbaum tanzt, still und zäh den Zeiten ein Leben abtrotzend; von Stasias Halbschwester Christine, die für ihre Schönheit, die sie in den Bannkreis des obersten Geheimdienstlers gebracht hat, einen hohen Preis zahlt; von Stasias Tochter Kitty, die alles verliert und doch im Londoner Exil eine Stimme findet; von Kittys Bruder Kostja, der sich als Apparatschik mit dem System arrangiert; von Kostjas rebellischer Tochter Elene und ihren ungleichen Töchtern Daria und Niza.
Mit hoher Emotionalität, dabei zärtlich und phantasievoll erzählt DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA) acht außergewöhnliche Schicksale, erzählt von Anpassung, Verrat und Widerstand, Liebe, Hass und (Über-)Lebenswillen. Haratischwili schildert den Aufstieg und Fall des Kommunismus von der vorrevolutionären Zeit bis ins Nachwende-Europa aus der Perspektive einer georgischen Familie, die ebenso verstrickt wie im Widerstreit ist mit den Totalitarismen, Tragödien und Umbrüchen dieses gottverlassenen 20. Jahrhunderts.
"Ein großer historischer Roman, so prall mit menschlichen Dramen wie das echte Leben." (Norbert Kron, TITEL THESEN TEMPERAMENTE)
Bühnenrechte beim Verlag der Autoren.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Das Jahr von meinem schlimmsten Glück
von Nino Haratischwili
UA: Theater Lichthof, Hamburg, 19.11.2010. R: Nino Haratischwili
Eine Frau erwacht verletzt im Wald. Gegenüber: ein verunfallter Wagen, und darin, regungslos: ein Mann. Die Frau hat ihr Gedächtnis verloren. Nur das Lied "Gloomy Sunday" aus dem Autoradio scheint eine Spur zum Puzzle ihrer Identität und zu einer bitteren Liebesgeschichte zu sein. Nach und nach kehren die Erinnerungen zurück. Doch es sind solche, mit denen sich schwer leben lässt.
Innerhalb der Form des Melodrams – einem Genre, das die Vorstellung der gefühligen Frau nachhaltig geprägt hat – initiiert Nino Haratischwili ein Spiel mit Geschlechterrollen. Inmitten gefühlsbetonter und klischeebesetzter Motive wird das Eigene am ehesten fragwürdig, klaffen Selbstbild und Fremdwahrnehmung am weitesten auseinander.
3D-1H (oder 4D)
3D-1H (oder 4D)




Das Land der ersten Dinge
von Nino Haratischwili
UA: Deutsches Theater Berlin/Slovenske Narodne Divadlo Bratislava, D-Premiere: 14.11.2014, SK-Premiere: 27.11.2014. R: Brit Bartkowiak
"Dinge ändern sich. Sie ändern sich schnell und brachial. Ohne jede beschissene Vorwarnung. Sie reißen dich mit, du gerätst in diesen verfluchten Strudel, und wenn er vorüber ist, findest du dich am Boden wieder, mit aufgeschürften Knien und Ellbogen, und du darfst von vorn anfangen. Wenn du Glück hast."

Laras beste Jahre liegen lang zurück – Jahre voller Hippietum, wilder Autofahrten, Sex und Drogen, aber auch Demos und politischer Kämpfe. Die Gegenwart sieht anders aus: die tägliche Vorabendserie zählt da schon zu den Aufregern. Würde ihr Körper mitmachen, immer noch würde Lara um die Häuser ziehen und für ihre Ideale eintreten. Doch ihrem Widerspruchsgeist bietet sich mit Pflegekraft Natalia ein neues Ziel: Die Tochter eines Dissidenten ist nach Deutschland gekommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein Leben, wie Natalia es schon einmal geführt hat, damals, im Osten. Doch das hatte seinen Preis: es hat ihren Mann das Leben gekostet, ihren Sohn die Freiheit und sie selbst die Unschuld. Anhand von zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, erzählt Nino Haratischwili von Schuld und Verantwortung, von Widerstand und Resignation, von dem Wunsch nach aber auch der Angst vor Veränderung.
2D-1H
2D-1H




Das Leben der Fische
von Nino Haratischwili
UA: Deutsches Theater Göttingen, 30.4.2011. R: Nino Haratischwili
Ida sinkt. Und sinkt. Immer weiter in den Ozean hinab. Dort, in menschenfeindlicher Tiefe, vertreiben sich Hanno und Halli, zwei Fische, die Tristesse mit Backgammon und düsteren Weltuntergangsszenarien. Diese kommen nicht von ungefähr, denn große Verantwortung lastet auf ihren Gräten, sind sie doch die Wächter einer 1070 Jahre alten Prophezeiung, von der der Fortbestand der ganzen Fisch- und Menschheit abhängt. Und Ida? Ist sie der rettende Engel, den die beiden so lange erwarten? Vielleicht. Im Augenblick jedenfalls sinkt sie wunderschön aber tot Richtung Meeresboden, und dabei wollte sie in ihrem Leben doch nur alles irgendwie richtig machen. Ihren Freund Ary von den Drogen wegbekommen, zum Beispiel. Oder ihre Schulden bei Dana begleichen, von der sie auf frischer Tat ertappt und anschließend erpresst wird. Oder Emmanuel von seiner pessimistischen Weltsicht befreien – ihn, den Schriftsteller, den sie im Auftrag von Dana ausspionieren soll. Doch während Ida versucht, alles in Ordnung zu bringen, verstrickt sie sich nur immer tiefer in ein Spiel, dessen Regeln andere bestimmen.
2D-2H (auch größer besetzbar)
2D-2H (auch größer besetzbar)




Die Barbaren
Monolog für eine Ausländerin
von Nino Haratischwili
UA: Burgtheater Wien, 27.1.2017. R: Barbara Frey
DIE BARBAREN, das sind aus Marusjas Sicht die neuen Flüchtlinge, denen im Westen alles zufliegt - wohingegen sie sich über Jahre alles hart erarbeiten musste. Während sie ausgerechnet das Flüchtlingsheim putzen muss, in dem die Neuen untergebracht sind, schmiedet Marusja finstere Pläne.

Nino Haratischwili hat diesen "fulminanten Monolog" (Bühne) für das Projekt "Ein europäisches Abendmahl" am Burgtheater Wien geschrieben, das sich mit unserer Lage in Europa heute aus weiblicher Perspektive auseinandersetzt.
1D
1D




Die Nacht aus Papier
von Nino Haratischwili
UA: Deutsches Theater Berlin, 21.1.2017. R: Jette Steckel
Entstanden für das Projekt "10 Gebote" am Deutschen Theater Berlin, zum sechsten Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen".
1D-2H
1D-2H




Die zweite Frau
von Nino Haratischwili
UA: monsun theater, Hamburg, 9.10.2009. R: Nina Pichler
"Wenn ich ein Messer in sie ramme, blutet sie nicht", glaubt die 17jährige Agnes von ihrer Mutter Laura. Die verschweigt ihrer Familie eine tödliche Erkrankung und baut vielmehr eine Haushaltshilfe zu ihrer Nachfolgerin, zur "zweiten Frau", auf. Aber nicht aus Sorge, sondern aus Rachsucht - aus Wut über ein verpfuschtes Leben.
3D
3D




Elektras Krieg
von Nino Haratischwili
UA: Deutsches Schauspielhaus Hamburg, 9.9.2012. R: Klaus Schumacher
In Mykene wartet Elektra sehnsüchtig auf ihren Bruder Orest. Als Kinder haben sie einander versprochen, einmal eine bessere, gerechtere Welt zu bauen als die ihrer Eltern. Zehn Jahre ist es her, dass Orest in den Krieg gegen Troja zog. All ihre Liebe und Hoffnung hat Elektra für seine Rückkehr aufgespart. All ihr Hass richtet sich seither gegen Mutter und Stiefvater, die sie für den Tod Agamemnons verantwortlich macht, ihres Vaters, den sie idealisiert. Dann endlich kehrt Orest vom Schlachtfeld zurück. Nun, so glaubt Elektra, wird ihre gesellschaftliche Utopie sich erfüllen. Doch der Bruder ist der Kriege und Rebellionen müde. Gebrochen ist er, verwirrt und traumatisiert. Und er kommt nicht allein: Mit ihm kommt Polyxena, die Königstochter aus Troja, die als eine der wenigen den dortigen Krieg überlebt hat. Sie konfrontiert Elektra damit, dass Agamemnon, der vermeintliche Kriegsheld, in Wirklichkeit ein Kriegsverbrecher gewesen sei.
Für das Junge Schauspielhaus Hamburg hat Nino Haratischwili eine Neudeutung des antiken Stoffes für ein jugendliches Publikum entworfen. Darin widmet sie sich den großen Fragen nach Gerechtigkeit, Moral, Liebe und Schuld - und legt den Fokus auf die jungen Protagonisten, die gegen die Elterngeneration aufbegehren.

"Ich wollte Elektra ins Heute versetzen, ohne mich in Tagesaktualitäten zu verlieren. Ich wollte die Spaltung meiner Welt, wie ich sie empfinde, darstellen: in Ost und West, Christentum und Islam; das Fremde, das einen ängstigt und überfordert, thematisieren. Ich wollte Elektras Zerrissenheit und innere Getriebenheit auch auf andere Figuren ausweiten. Ich habe mir eine westliche Elektra im Jahre 2012 vorgestellt. Ich habe mich gefragt, was sie ändern würde, wenn sie könnte. Und da kam ich zu dem Schluss, dass nichts passieren würde, dass sie noch jahrelang klagen würde. Wenn ich mir aber eine Gleichaltrige aus Tschetschenien vorstelle, die den Krieg miterlebt hat, dann denke ich, dass diese Figur weniger Angst hätte zu handeln, auch wenn dieses Handeln nicht unbedingt wünschenswert ist. Deshalb habe ich Polyxena ins Spiel gebracht." (Nino Haratischwili)
4D-2H
Altersempfehlung: ab 15 Jahren
4D-2H
Altersempfehlung: ab 15 Jahren




Georgia
von Nino Haratischwili
UA: Lichthof-Theater, Hamburg, 21.9.2007. R: Nino Haratischwili
Eines Tages bricht die 25jährige Nelly zu einer Reise in ihre Heimat Georgien auf. Sie will wissen, was ihre Mutter in Moskau tat an jenem Tag, als sie starb. Nelly reist nach Tiflis, zu ihrer Familie, der sie fremd geworden ist. Ein Road-Trip in die Vergangenheit beginnt. Auf der Suche nach ihren Wurzeln muss Nelly feststellen, dass sie weder in Deutschland richtig Fuß gefasst hat noch in ihrer alten Heimat wirklich willkommen ist.
In GEORGIA verknüpft Nino Haratischwili den Unabhängigkeitskampf Georgiens mit einer Familiengeschichte. Ein Drama über das, was Menschen miteinander verbinden kann: Menschlichkeit.
2D-4H
2D-4H