© Hartmuth Schröder
Hans Magnus Enzensberger

geboren 1929 in Kaufbeuren/ Allgäu. Studium der Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg i. Br., Hamburg und Paris. Seit 1956 Dichter und Schriftsteller, Dozent, Herausgeber, Lektor, Übersetzer und Redakteur bei verschiedenen Institutionen im In-und Ausland. Literarisches Debüt mit dem Lyrikband „Verteidigung der Wölfe“. Sein schriftstellerisches Werk umfasst fast alle literarischen Gattungen: Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke, Hörspiele, Opernlibretti u.a.  weiterlesen »

geboren 1929 in Kaufbeuren/ Allgäu. Studium der Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg i. Br., Hamburg und Paris. Seit 1956 Dichter und Schriftsteller, Dozent, Herausgeber, Lektor, Übersetzer und Redakteur bei verschiedenen Institutionen im In-und Ausland. Literarisches Debüt mit dem Lyrikband „Verteidigung der Wölfe“. Sein schriftstellerisches Werk umfasst fast alle literarischen Gattungen: Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke, Hörspiele, Opernlibretti u.a.

Auszeichnungen:

2015 Frank-Schirrmacher-Preis
2009 Sonning-Preis
2006 Medienpreis 2006 von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Verleihung des Enzensberger-Sterns
2006 Premio d’Annunzio
2002 Ludwig-Börne-Preis
2002 Prinz-von-Asturien-Preis
2000 „Hörbuch des Jahres“ der hr2-Hörbuchbestenliste
1998 Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf
1994 Kultureller Ehrenpreis der Landeshauptstadt München
1993 „Das politische Buch“, verliehen von der Friedrich-Ebert-Stiftung
1993 Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis
1985 Heinrich-Böll-Preis
1980 Goldener Kranz-Preis – Die Abende der Poesie in Struga
1978 Deutscher Kritikerpreis
1966 Preis der Stadt Nürnberg
1963 Georg-Büchner-Preis
1962 Deutscher Kritikerpreis
 
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Theaterstücke (10)
Der Menschenfeind (Le Misanthrope)
Nach dem Französischen des Molière von Hans Magnus Enzensberger
UA: Freie Volksbühne Berlin, 11.12.1979. R: Peter Zadek
In einer Gesellschaft des Scheins haben es die Ehrlichen schwer: Der Adelige Alceste will unbedingte Wahrhaftigkeit. Sich zu verbiegen ist ihm ein Graus, Höflichkeit bedeutet ihm nichts als Heuchelei. Damit macht sich Alceste schnell Feinde. Selbst seine Geliebte Célimène bevorzugt die kleinen Flirts und Komplimente anderer Männer gegenüber Alcestes griesgrämigen Treueschwüren. Als ein Brief auftaucht, in dem sie ihre diversen Liebhaber verspottet, und sich diese daraufhin von ihr abwenden, sieht Alceste seine Chance gekommen, seine Grundsätze vor aller Welt unter Beweis zu stellen. Er will trotz des Skandals zu ihr stehen und fordert sie auf, mit ihm zusammen die Gesellschaft am Hofe hinter sich zu lassen. Doch Célimène lehnt dankend ab. Alceste muss sich entscheiden, ob er bleibt oder in die selbstgewählte Verbannung geht.
3D-8H
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Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:
1. Der Menschenfeind.
2. De Mäntschefind. Schweizerdeutsch von Heiri Landis




Der Menschenfreund
Nach Denis Diderot
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Staatliche Schauspielbühnen Berlin, 26.10.1984. R: Hanns Zischler
Enzensbergers MENSCHENFREUND ist das Gegenteil von Molières Misanthrop, der lieber nichts mit den Menschen zu tun hätte, weil sie seinen Idealen nicht genügen. Enzensbergers Philanthrop dagegen mischt sich überall und in alles gern ein, weil er die Menschen nicht idealisiert. Er ist ein Geist, der stets das Gute will und dies nur mit bösen Mitteln schafft: mit Verdrehungen, Täuschungen, Lügen, Betrug, Fälschungen. Ein liebenswürdiger Zyniker der Moral.
DER MENSCHENFREUND beruht auf dem weithin unbekannten Stück "Est-il bon, est-il méchant" ("Ist er gut, ist er böse?") von Diderot, der sich in diesem Werk in der Hauptfigur, die er Hardouin nannte, selbst porträtierte.
Enzensberger greift den halbvergessenen Text und den reizvollen Stoff auf und gestaltet daraus eine sensible und ironische Darstellung einer Gesellschaft, der nicht mehr zu helfen ist.
5D-8H
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Diderot und das dunkle Ei
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Städtische Bühnen Freiburg, 25.9.1993. R: Hans J. Ammann
Denis Diderots "Jacques le fataliste" und "Rameaus Neffe" sind die großartigen Exempel einer Dialogform, die Hans Magnus Enzensberger in seinem Zweipersonenstück DIDEROT UND DAS DUNKLE EI fortführt:
Ein unangemeldeter Besucher dringt bei Diderot ein, um das Gespräch mit ihm zu suchen. Für den französischen Philosphen und Enzyklopädisten ist es zunächst nur einer von vielen lästigen Gästen. Doch dann erweckt ein "schwarzes Ei", das der Besucher bei sich trägt, sein Interesse...
Ein Dialog über die Jahrhunderte - über das Paris der vorrevolutionären Zeit, über Voltaire und d'Alembert, über die Aporien des Fortschritts, die kommende Herrschaft der Pädagogen, die Notwendigkeit des Luxus und Diderots eigene parasitäre Existenz.
2H
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Die Tochter der Luft (La hija del airo)
von Hans Magnus Enzensberger
Nach Calderón de la Barca
UA: Schauspiel Essen, 16.1.1992. R: Hansgünther Heyme
Semiramis, Tochter der Luft und Kind des Unglücks, gewaltsam gezeugt, in der Wildnis aufgewachsen und in einer Höhle gefangen gehalten, wird befreit und heiratet den König von Ninive. Zwanzig Jahre später ist sie eine grausame Herrscherin und erringt in blutigen Kriegen "furchtbare Siege". Ein Aufstand zwingt sie, zugunsten ihres Sohnes abzudanken. Der junge König ist ein Fürst des Friedens, ihr Ebenbild und zugleich ihre verleugnete zweite Natur. Semiramis setzt ihn gefangen und besteigt erneut den Thron: Die Mutter spielt den Sohn, die Frau den Mann. Eine ungeheure Verwirrung der Gefühle ist die Folge, die in einer Katastrophe enden muss.
Hans Magnus Enzensberger hat seine Fassung der TOCHTER DER LUFT für die Inszenierung am Wiener Burgtheater 1999 noch einmal überarbeitet.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Leonore
von Hans Magnus Enzensberger
Neufassung des Librettos der Oper "Fidelio" von Ludwig van Beethoven
UA: Theater Bremen, 29.6.1974. R: Nikolaus Lehnhoff




Nieder mit Goethe!
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Kunstfest Weimar/3sat, 29.6.1996. R: Andreas Missler-Morell
"NIEDER MIT GOETHE ist eine Groteske aus historischen Zeugnissen. Enzensberger hat eine Satire geschrieben, kenntnisreich, respektlos, behende mit dem Material operierend, lehrreich und unterhaltsam zugleich." (Lutz Hagestedt)
2D-3H
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Ohne uns. Ein Totengespräch
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Salzburger Festspiele/Westdeutscher Rundfunk Köln, 7.8.1999. R: Klaus Mehrländer
2H
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Requiem für eine romantische Frau
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Staatstheater Kassel, 2.3.1990. R: Manfred Beilharz
"Ein Liebeskampf in sieben Sätzen" ist der Untertitel dieser Geschichte von der jungen, ungestümen Auguste Bußmann und dem arrivierten Dichter Clemens Brentano, die anhand von zeitgenössischen Dokumenten aus den
Jahren 1807 bis 1832 erzählt wird. Das ungleiche Paar steht einer Gesellschaft gegenüber, die im Stück als eine Art Chor fungiert – sie alle raunen und wispern, tratschen, räsonnieren und witzeln über die dramatische Be-ziehung und Ehe der beiden.
5D-9H
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Über die Verfinsterung der Geschichte
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Theater am Neumarkt, Zürich, 29.4.1989. R: Willi Händler




Voltaires Neffe
Eine Fälschung in Diderots Manier
von Hans Magnus Enzensberger
UA: Renaissance-Theater Berlin, 26.1.1997. R: Piet Drescher
Goethe, Hegel, Brecht und Foucault waren nicht die einzigen, die in "Rameaus Neffen" ein Meisterwerk sahen. Auch auf dem Theater hat Diderots Dialog in verschiedenen Fassungen immer wieder triumphiert. Ein unsterbliches Paar hat der Autor auf die Bühne gebracht: den hauptberuflichen Moralisten und seinen Gegenspieler, den Zyniker, Parasiten und verkrachten Künstler. Am Ende müssen die beiden einsehen, daß sie einander ähnlicher sind, als ihnen lieb sein kann. In ihnen kündigt sich das zerrissene Bewusstsein der Moderne an.
Hans Magnus Enzensberger hat diesen berühmten Text Diderots neu geschrieben. An die Stelle des halbvergessenen Opernkomponisten Rameau ist Voltaire höchstpersönlich gerückt. Die Szenerie ist nicht das literarische Café, sondern das Foyer einer Akademie, die eine hochpolitische Beratung über die Ausbeutung der Kolonien abhält. Und wo Diderot an das Treiben in den Pariser Salons anknüpfte, an Opernintrigen und Schauspielerkabalen, stehen nun Börsenspekulationen und Arbeitsplätze, die Geheimpolizei und der Sklavenhandel im Mittelpunkt. Entstanden ist auf diese Weise die respektvolle Fälschung eines Klassikers.
2H (Statisten)
2H (Statisten)