© Hannah Landes
Dejan Dukovski
geboren 1969 in Skopje (Mazedonien), lebt in Skopje und Hamburg.
Studium der Philosophie und Theaterwissenschaften an der Universität Skopje. 1998 Professor an der Drama-Akademie Skopje, Bereich Film und TV. Vielfach ausgezeichneter Autor von Theaterstücken und Filmen.
geboren 1969 in Skopje (Mazedonien), lebt in Skopje und Hamburg.
Studium der Philosophie und Theaterwissenschaften an der Universität Skopje. 1998 Professor an der Drama-Akademie Skopje, Bereich Film und TV. Vielfach ausgezeichneter Autor von Theaterstücken und Filmen.

Auszeichnungen:

1999 World Prism Award, Santa Barbara
1998 Europäischer Filmpreis (Fipresci Award Venedig)
1998 Golden Orange, Antalya
1998 Golden Anchor Award, Haifa

 
Dejan Dukovski »
Theaterstücke (5)
Balkan ist nicht tot (Balkan non e mrtov)
Deutsch von Samuel Finzi
von Dejan Dukovski
Aus dem Mazedonischen von Samuel Finzi
UA: Makedonisches Nationaltheater, Skopje, 7.10.2001. R: Alexander Popovski.
DE: Theater Aachen, 5.6.2004. R: Michael Helle
"1905... Europa am Anfang des Jahrhunderts... Euphorie über die Vereinigung... Der Balkan am Anfang des Jahrhunderts... Blut bis zu den Knien", schreibt Dejan Dukovski in der Vorrede zu seinem Stück. - Europa feiert sich und genießt die Belle Epoque, während an seinem äußersten Rand das Osmanische Reich in blutigen Auseinandersetzungen zerfällt: "Ein Zusammenstoß zweier Religionen, Islam gegen Christentum; ein Zusammenstoß zweier Völker, zweier Philosophien, beide bereit, bis zur eigenen Vernichtung zu kämpfen..."
BALKAN IST NICHT TOT geht in einer schnellen Folge von über 40 Szenen in diese Zeit zurück und bleibt doch in seiner lakonischen Sprache nicht weniger als in seiner Thematik ganz nah. Eine Welt, wirklich und bizarr zugleich, in der die Konflikte aus menschlicher Leidenschaft - Hass, Begehren, Liebe –, nicht aus politischer Räson entstehen. Im Zentrum steht der reiche türkische Großgrund- und Haremsbesitzer Osman Bey, der sich in die Frau eines Rebellen verliebt, den er umgebracht hat...
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Das Pulverfass (Bure Baruta)
Deutsch von Samuel Finzi und Dimiter Gotscheff
von Dejan Dukovski
Deutsch von Samuel Finzi und Dimiter Gotscheff
UA: Makedonisches Nationaltheater Skopje, 1996. R: Sascha Milenovski.
DE: Junges Theater Göttingen, 8.10.1998. R: Malte Jelens
Mit DAS PULVERFASS ist Dejan Dukovski berühmt geworden. Der "Reigen von geschlagenen Schlägern und Traumtänzern am Abgrund" (FAZ) ist fast überall in Europa gespielt und auch eindrucksvoll verfilmt worden:
Vor Jahren wurde Angel von Dimitrije so zusammengeschlagen, dass er kaum noch Sex haben kann. Seine Rache kam spät und war ebenso sinnlos wie es einst Dimitrijes Tat gewesen ist. Gemeinsam sitzen sie lange danach, an Körper und Seele geschunden, beim Bier - der Täter als Opfer, das Opfer als Täter. So beginnt ein Reigen, in dem insgesamt 23 Menschen in den unterschiedlichsten Konstellationen aufeinandertreffen, elf alltägliche Szenen, die unvermittelt in Schrecken und Gewalt münden.
2D-4H
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Jagd nach Schmetterlingen (Izgubeni Germanci)
Deutsch von Sandy Lopicic
von Dejan Dukovski
Aus dem Mazedonischen von Sandy Lopicic
Das Werk wurde gefördert von der BHF-Bank-Stiftung, Frankfurt am Main
Urlesung: Schauspiel Frankfurt, 22.1.2011.
UA: Mazedonisches Nationaltheater Skopje, Oktober 2012. R: Slobodan Unkovski
Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben Nazigrößen ihre Söhne in ein angeblich kriegswichtiges, in Wahrheit längst verlassenes Bergwerk auf dem Balkan geschickt, um sie der Mobilmachung zu entziehen. In dieser abgeschlossenen Welt leben die fünf Männer mit Maria, die Ihnen zur Gefährtin und Gefahr wird. Während draußen der Krieg zu Ende geht und sich eine neue Weltordnung ankündigt, stellt sich für die Höhlenmenschen die Frage, wie sie miteinander und mit den neuen Verhältnissen klarkommen.
1D-6H
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Leere Stadt (Prazen Grad)
Deutsch von Samuel Finzi
von Dejan Dukovski
Deutsch von Samuel Finzi
UA in dänischer Sprache ("Som brodre", Ü:Simon Boberg): Plan-B Teatret, Kopenhagen, 4.4.2007. R: Rune David Grue.
DE: Bayerisches Staatsschauspiel, 17.12.2009. R: Alexander Nerlich
Ein Stück über die tragischen Absurditäten von Krieg: Nach Jahren der Trennung treffen sich zwei Brüder eines Nachts durch Zufall in einer evakuierten Stadt wieder, zwischen den Fronten, als Soldaten gegnerischer Truppen. In dieser letzten Nacht vor der Entscheidungsschlacht gibt es keine Tabus mehr, alte Rechnungen werden beglichen, schockierende Geständnisse riskiert. Sie haben die Stadt für sich allein, trinken den Champagner einer Bar und knacken den Safe einer Bank, spielen Roulette im Kasino und Shakespeare im Theater, gehen ins Bordell und in die Kirche – auf der Suche nach Vergnügung, Trost und Versöhnung.
2H
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Wer verdammt hat angefangen (Mame mu, ko je prvi poéeo)
Deutsch von Mechthild Schäfer
von Dejan Dukovski
Aus dem Mazedonischen von Mechthild Schäfer
UA: Makedonisches Nationaltheater Skopje, 1997. R: Alexander Popovski
Dejan Dukovski hat mit WER VERDAMMT HAT ANGEFANGEN eine neuzeitliche Fassung von Dantes "Göttlicher Komödie" geschrieben. Er führt den Zuschauer ins Reich der Verdammten und lässt dabei ein ganzes Arsenal von literarischen und mythologischen Gestalten, eskortiert von maskierten Zeitgenossen, Revue passieren. In sieben Begegnungen führt er vor, wie Sehnsucht und Leidenschaft aufeinander prallen. Die Menschen sind sich auf fatale Weise nah, kurzatmig, getrieben von blinder und sprachloser Begierde, Todes- und Liebessehnsüchte sind nicht auseinanderzuhalten. Am Ende des Weges sitzt der gefesselte Dämon, die Inkarnation des Bösen, nur dass sich dieser in Dukovskis Version im Ausmaß seiner Grausamkeit und Perversion kaum von den anderen Verdammten unterscheidet. Von dieser letzten Höllenstation führt kein Weg hinauf ins Purgatorium. Er führt zurück an den Anfang des Stückes: Der Kreislauf der Gewalt schließt sich, das Spiel kann von vorne beginnen.
3D-4H
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