Fedor Dostoevskij (Dostojewskij)

geboren 1821 in Moskau. In der Zeit von 1837 bis 1846 arbeitete er an seinem ersten Roman "Arme Leute", der ein großer Erfolg wurde. Als er 1849 in einem Kreis progressiver Schriftsteller einen revolutionären Text vortrug, wurde er denunziert und von einem Gericht zum Tod verurteilt. Auf dem Erschießungsplatz wurde er begnadigt und zu die Strafe in vier Jahren Haft und Zwangsarbeit, mit anschließendem Militärpflichtdienst umgewandelt. Bereits während seiner Haft von 1854 bis 1859 war bei ihm... weiterlesen »

geboren 1821 in Moskau. In der Zeit von 1837 bis 1846 arbeitete er an seinem ersten Roman "Arme Leute", der ein großer Erfolg wurde. Als er 1849 in einem Kreis progressiver Schriftsteller einen revolutionären Text vortrug, wurde er denunziert und von einem Gericht zum Tod verurteilt. Auf dem Erschießungsplatz wurde er begnadigt und zu die Strafe in vier Jahren Haft und Zwangsarbeit, mit anschließendem Militärpflichtdienst umgewandelt. Bereits während seiner Haft von 1854 bis 1859 war bei ihm Epilepsie festgestellt worden. Dennoch musste er den Militärpflichtdienst antreten und brachte es dabei sogar bis zum Offizier. Aufgrund seiner Heirat und seiner Krankheit versuchte er eine vorzeitige Entlassung zu erreichen, die allerdings erst 1859 gewährt wurde. Nach seiner Rückkehr nach St. Petersburg veröffentlichte er "Aufzeichnung aus einem Totenhaus", das seine Haft thematisierte. Der anschließende Versuch, eine literarische Zeitschrift dauerhaft zu betreiben, scheiterte an der Zensur. Von 1862 bis 1865 unternahm er ausgedehnte Reisen durch Europa, insbesondere nach Deutschland. 1866 Veröffentlichung des Romans "Schuld und Sühne". Kurz nach Dostoevskijs zweiter Heirat 1867 zwingen ihn seine Schulden, Russland fluchtartig zu verlassen. Sein anschließender Aufenthalt in Deutschland führte ihn die Spielsucht immer wieder an den Spieltisch, was er in seinem Roman "Der Spieler" thematisierte. 1871 kehrte er nach Russland zurück, wo seine Romane inzwischen große Erfolge waren. Dostoevskij starb 1881 in St. Petersburg.
 
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Theaterstücke (3)
Bobok (Bobok)
Deutsch von Peter Urban
von Fëdor Dostoevskij
Aus dem Russischen von Peter Urban
UA der Übersetzung: Tübinger Zimmertheater, 29.11.2007. R: Mario Keipert
Dostoevskijs Einakter und "Aufzeichnungen einer Person", deutsch von Peter Urban:
Unter den Trauergästen bei einer Beerdigung ist auch ein junger Dichter, der gerade eine Schaffenskrise hat. Nachdem die Prozession vorbei ist, bleibt er noch ein wenig auf dem Friedhof um sich zu sammeln. Plötzlich hört er Stimmen. Die Toten sind gar nicht tot. Sie befinden sich für ein paar Monate in einer Art Zwischenstadium, einer höchst lebendigen Unterwelt, bevor sie endgültig verstummen. Die Toten spüren ihrem Leben nach, und der Dichter schöpft neue dichterische Kraft...
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Verbrechen und Strafe (Prestuplenie i nakazanie)
In einer Fassung von Tim Krohn
von Tim Krohn
Nach dem gleichnamigen Roman von Dostoevskij
UA der Bühnenfassung: Theater am Neumarkt, Zürich, 20.9.2001, R: Crescentia Dünßer/Otto Kukla
VERBRECHEN UND STRAFE spielt in einem Spielcasino, in der Nacht bevor Raskolnikov den Doppelmord gesteht. In seiner Bearbeitung für das Züricher Neumarkt Theater hat Tim Krohn die Handlung von Dostojevskijs großem Roman räumlich und zeitlich konzentriert. In einer klaren, harten Sprache verbindet der Schweizer Autor das schon bei Dostojevskij virulente Problem von Übertretung und Strafe mit der kriminalistischen Frage nach dem Whodunit.
4D-7H
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Verbrechen und Strafe (Prestuplenie i nakazanie)
In einer Fassung von Jurij Ljubimov und Jurij Karjakin
Deutsch von Peter Urban
von Fëdor Dostoevskij
Szenische Komposition von Jurij Ljubimov und Jurij Karjakin
Aus dem Russischen von Peter Urban
UA der Übersetzung: Burgtheater Wien, 12.10.1984. R: Jurij Ljubimov
VERBRECHEN UND STRAFE erzählt von einer Gesellschaft, in der alle Figuren verzweifelt um die Frage kreisen, woran sie Gut und Böse, Sinn und Unsinn, Würde und Verachtung, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit noch festmachen können. Der Jurastudent Raskolnikow unterzieht sich einem radikalen Selbstexperiment: Er tötet, um sich zu beweisen, dass er das Recht hat zu töten, weil er einer geistigen Elite angehört. Das Experiment misslingt, Raskolnikow leidet an seinem Gewissen, bis auch die äußere Realität ihn einholt und er verurteilt wird.
Der russische Regisseur und langjährige Leiter des Moskauer Tanganka-Theaters, Jurij Ljubimow, hat gemeinsam mit Jurij Karjakin eine Dramatisierung von Dostoevskijs Roman VERBRECHEN UND STRAFE vorgenommen. Peter Urban hat die Bühnenadaption übersetzt.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum