Pierre Corneille

geboren 1606 in Rouen, gestorben 1684 in Paris. Aus Liebeskummer beginnt Corneille 1629 erste Verse zu schreiben und veröffentlicht sein erstes Drama. Es folgen rasch aufeinander weitere Dramen, die erstmals mit dem vorherrschenden Stil brechen und die zeitgenössische Welt darstellen. Aufgrund seines Erfolges ernennt Kardinal Richelieu ihn zum poète officiel, doch Corneille wird mit diesem Titel nicht glücklich, da er sich in Opposition zu Richelieu sieht. Nach dem Tod Richelieus rechnet... weiterlesen »

geboren 1606 in Rouen, gestorben 1684 in Paris. Aus Liebeskummer beginnt Corneille 1629 erste Verse zu schreiben und veröffentlicht sein erstes Drama. Es folgen rasch aufeinander weitere Dramen, die erstmals mit dem vorherrschenden Stil brechen und die zeitgenössische Welt darstellen. Aufgrund seines Erfolges ernennt Kardinal Richelieu ihn zum poète officiel, doch Corneille wird mit diesem Titel nicht glücklich, da er sich in Opposition zu Richelieu sieht. Nach dem Tod Richelieus rechnet Corneille in seinen Dramen mit dessen Herrschaft ab. Allerdings beginnt er langsam seinen früheren Erfolg zu verlieren und wendet sich für mehrere Jahre gänzlich vom Theater ab. 1647 ernennt ihn die Académie francaise zum Mitglied, 1659 kehrt Corneille mit neuen Stücken an das Theater zurück. Doch obwohl er versucht mit sogenannten "Maschinenstücken", welche die in Mode gekommenen Spezialeffekte der Epoche nutzen, an frühere Erfolge anzuknüpfen, bleibt seine vorherige herausragende Stellung von dem inzwischen aufgestiegenen Racine besetzt. Corneille stirbt 1684 in Paris.

 
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Theaterstücke (6)
Der Cid (Le Cid)
Deutsch von Simon Werle
von Pierre Corneille
Aus dem Französischen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Deutsches Theater Berlin, 11.12.1993. R: Alexander Lang
DER CID ist für die Franzosen, was für uns der "Faust": Der Cid, legendärer Befreier des katholischen Spanien von der maurischen Kultur, spielt ein Drama um Liebe und Ehre. "Zelebriert werden die Wunschtugenden der Erfüllung individueller Forderungen bei Hintanstellung persönlicher Neigungen." (H.P. Pullem)
4D-8H
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Horace (Horace)
von Pierre Corneille
Aus dem Französischen von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
U der Übersetzung: Schauspiel Köln, 4. 5. 1985. R: Jürgen Gosch
"Der Streit um die Vorherrschaft zwischen den benachbarten Städten Rom und Alba Longa soll zur Vermeidung weiteren Blutvergießens durch den Kampf zwischen je drei Vertretern der beiden Parteien entschieden werden. Das bedeutet neue Hoffnung für die miteinander verschwägerten Damilien der römischen Horatier und der Curiatier aus Alba, Hoffnung vor allem für Curiaces Schwester Sabine, die Frau des jungen Horace, und für dessen Schwester Camille, die mit Curiace verlobt ist. Da kommt die Nachricht, dass Horace und seine beiden Bürder auserwählt worden seien, für Rom zu kämpfen, während Alba die drei Curiatier zur Verteidigung ihrer Ehre bestimmt hat. ... Camille und Sabine sehen sich vor eine tragische Alternative gestellt: Wie der Kampf auch ausgeht, in jedem Fall werden beide einen geliebten Menschen verlieren. Vergeblich versuchen sie, die Krieger durch Bitten und Tränen zu erweichen." (Kindlers Literaturlexikon)
Corneilles erstes Römerdrama, dessen Stoff auf den berühmten Bericht des Livius "Ab urbe condita libri" zurückgeht, hat mit seinem Thema des Bürgerkrieges nichts an Aktualität verloren. Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens haben eine Übersetzung der Tragödie in einer gereimten Alexandrinerfassung vorgelegt.
3D-7H
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Otho (Othon)
Deutsch von Simon Werle
von Pierre Corneille
Deutsche Fassung von Simon Werle
UA der Fassung: Städtische Bühnen Dortmund, 1996/97. R: Wolfgang Trautwein
Der Feldherr Otho müsste, um römischer Kaiser zu werden, die Nichte der herrschenden Kaisers, Camilla, heiraten und auf seine Braut Plautina, die Tochter eines Senators, verzichten. Das bringt alle Beteiligten in einen Gewissenskonflikt: öffentliches oder privates Interesse, Macht oder Liebe? Noch ehe sie sich entscheiden können, werden sie in die Wirren eines Bürgerkrieges hineingezogen...
Simon Werle hat Corneilles Polit-Tragödie nicht nur übersetzt, er hat sie auch in eine heute spielbare Fassung gebracht, d.h. gekürzt und gestrafft, den rhetorischen Überfluss des Corneille auf ein heute notwendiges Maß reduziert.
2D-6H
2D-6H




Othon (Othon)
von Corneille
Aus dem Französischen von Frank-Patrick Steckel
U der Übersetzung: Staatstheater Mainz, 15.10.2005. R: Frank-Patrick Steckel
In seiner Übersetzung von Corneilles Römerdrama hat sich Frank-Patrick Steckel bemüht, Versmaß und sprachliche Kunstfertigkeit des Originals beizubehalten.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Spiel der Illusionen (Prosafassung) (L'Illusion comique)
Deutsch von Simon Werle
von Pierre Corneille
In deutsche Prosa übertragen von Simon Werle
4D-11H
4D-11H




Spiel der Illusionen (L'Illusion comique)
Deutsch von Simon Werle
von Pierre Corneille
Aus dem Französischen von Simon Werle
UA der Übersetzung: Nationaltheater Mannheim, 23.4.1993. R: Mark Zurmühle
Die Welt ist ein Theaterstück, ein Spiel der Illusionen: Der Auftakt des französischen Klassikers führt den Bürger Pridamant in die Zaubergrotte des Magiers Alcandre, der dem Vater das Schicksal seines einst verstoßenen Sohnes Clindor in buntbewegten Bildern vor Augen führt. Clindor sollte für einen Hauptmann um ein Mädchen werben, in das er sich aber selbst verliebte. Die Eroberung der schönen Isabelle gelingt dem Jüngling zwar nach einigem Hin und Her, doch er verspielt sein Glück durch allerlei weitere Liebeshändel. Das tragische Ende der Liebenden erweist sich indes als Illusion: Vor den Augen des staunenden Vaters entpuppen sich der verlorene Sohn als Schauspieler und das wechselvolle Geschehen als bloßes Theaterstück. Ein verwirrend leichtes und leicht verwirrendes Spiel über die Macht der Phantasie, über Täuschung und Selbsttäuschung.
"In diesem Stück spielt Corneille mit den barocken Formen. Er springt darin mit der Heterogenität der Handlung, mit den Überraschungseffekten, den Verkleidungen und Verwechslungen souverän, ja übermütig um. Selbst die Grausamkeiten und Schrecken, die Duelle, Todesmonologe, nächtlichen Entführungen, Morde - woran es nicht fehlt - amüsieren nur, weil sie nur Spiel sind, denn das ganze Theater ist hier nur Spiel, es will nichts anderes sein als eben 'Illusion comique'." (Jürgen von Stackelberg)
4D-11H
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