Fabio Carpi
geboren 1925 in Mailand. Regisseur und Drehbuchautor. Lebt in Rom.
geboren 1925 in Mailand. Regisseur und Drehbuchautor. Lebt in Rom.
 
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Theaterstücke (1)
Die Hunde von Jerusalem (I cani di Gerusalemme)
Zusammen mit Luigi Malerba
Deutsch von Karin Fleischanderl
von Fabio Carpi und Luigi Malerba
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
UA: Festival d'Avignon, 1988.
DE: Staatstheater Kassel, 23.10.1993. R: Adelheid Müther
Italien im Zeitalter der Kreuzzüge. Der Papst und die Kirche rufen die europäische Christenheit auf zur Befreiung des heiligen Grabes in Jerusalem. Die edlen und kühnen Helden des Christentums sind schon nach Jerusalem aufgebrochen, nur der Herr einer kleinen Burg in Italien, der Baron Nicomede di Calatrava, liegt noch, in Ermangelung jeglicher Lust sich dem heiligen Zug anzuschließen, in seinem Bett. Allerdings ist auch für ihn, der wenig Eifer zeigt für ein altes Grab zu sterben, die Zeit des Friedens vorbei. Seine Schwester Adelaide, die unbedingt eine Heilige werden will, und der Priester Blasco drängen ihn, sich endlich seinen Glaubensbrüdern anzuschließen.
Was die Argumente des Glaubens nicht bewirken, das vermag die gändige Allmacht der Kirche. Wer sich Richtung Jerusalem bewegt, bekommt seine Schulden erlassen. Und so bleibt Nicomede, will er seine Burg behalten, nichts anderes übrig, als den Weg nach Jerusalem anzutreten.
Aber als der Baron zusammen mit seinem Diener Ramondo und einem Esel aufbricht, zieht er nicht Richtung Jerusalem, sondern beginnt damit, beständig und gleichmäßig Kreise um das Schloss zu ziehen. Der Philosoph und Schüler Demokrits hat beschlossen, nur metaphorisch nach Jerusalem zu ziehen und zusammen mit Ramondo so viele Runde zu drehen, wie es dem Weg in die heilige Stadt entspricht und damit ausreicht, seine Schulden zu tilgen. Allerdings haben auch die Abenteuer im Kopf ihre Tücken. Das ungleiche Paar sieht sich mit durchaus realen Gefahren konfrontiert: Wegelagerern, Hunger und Durst, und nicht zuletzt mit den Widersprüchen, die sich aus dem Konflikt zwischen Herr und Knecht ergeben.
1D-3H
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