Aleksandr Aleksandrovič Blok
geboren 1880 in St. Petersburg. Studium der Philologie und Rechtswissenschaften in St. Petersburg. Blok war ein Dichter der russischen Moderne und galt neben Andrei Bely als der wichtigste Vertreter der so genannten zweiten Generation der Symbolisten. Aleksandr Aleksandrovič Blok starb 1921 in Petrograd.
geboren 1880 in St. Petersburg. Studium der Philologie und Rechtswissenschaften in St. Petersburg. Blok war ein Dichter der russischen Moderne und galt neben Andrei Bely als der wichtigste Vertreter der so genannten zweiten Generation der Symbolisten. Aleksandr Aleksandrovič Blok starb 1921 in Petrograd.
 
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Theaterstücke (1)
Die Unbekannte (Nezakomba)
Deutsch von Peter Urban
von Aleksandr Blok
Aus dem Russischen von Peter Urban
UA: Literaturnyj chudožestvennyj kruzok Moskau, Februar 1913. R: V. A. Sokolov
In seinem lyrischen Drama in drei "Visionen" konfrontiert Aleksandr Blok ein idealisiertes, poetisch-verklärtes Liebes- und Frauenbild mit der abstoßenden Niedrigkeit des Großstadtmilieus:
"Die erste 'Vision' des Stückes spielt in einer schäbigen Straßenkneipe, wo verschiedene Gäste ihre tatsächlichen oder eingebildeten Liebeserlebnisse ezählen. Inmitten der widerlichen Atmosphäre hängt der Dichter seinem Traum von der Schönen Unbekannten nach, dem Ideal überirdischer weiblicher Vollkommenheit. Seiner Phantasie sekundiert ein junger Seminarist, der einem Trinkgenossen seine Begegnung mit einer jungen Tänzerin schildert. Beide werden durch die desillusionierenden Bemerkungen eines an Verlaine erinnernden Gastes aus ihren Träumen gerissen. - Der Alkohol steigt den Trinkenden zu Kopf, und die Wände der Kneipe weiten sich zur zweiten 'Vision'. Zwei Kneipendiener schleppen den völlig betrunkenen Dichter ins Freie, wo ein Astrologe einen neuen Stern am Himmel beobachtet. Der Stern, der auf die schneebedeckte Brücke herabfällt, nimmt die Gestalt der Unbekannten an. Der Dichter, in den 'Blauen', das Sinnbild des der Erfüllung seines Traumes nahen Idealisten, verwandelt, sucht in den Fremden die überirdische Geliebte, während die Unbekannte danach trachtet, die irdische Liebe und Wirklichkeit zu erfahren. ...
Die dritte 'Vision', die eine Abendgesellschaft im gehobenen bürgerlichen Milieu vorstellt, zeichnet das exakte Spiegelbild des Kneipenmilieus aus dem ersten Aufzug. Als unerwartet die Unbekannte in die Gesellschaft tritt, vermag keiner der Anwesenden sie ins Gespräch zu ziehen, und auch im Dichter weckt sie keinerlei Erinnerung. ..." (Kindlers Literaturlexikon)
1D-7H
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