Aristophanes

geboren vermutlich um 448 v. Chr. in Athen. Es ist wenig über sein Leben bekannt. 430-428 v. C. erhielt er wohl eine Ausbildung zum Dramatiker und begann erste Stücke zu veröffentlichen. 426 v. C. verspottet er in einer Satire Kleon, die graue Eminenz der attischen Politik, der ihn daraufhin wegen Beleidigung des Volkes anklagte und sogar den Versuch unternahm, seine athenische Bürgerschaft anzufechten. Um 406 v. C. wird eine seiner Komödie bei den Lenäen zum zweiten Mal aufgeführt, eine... weiterlesen »

geboren vermutlich um 448 v. Chr. in Athen. Es ist wenig über sein Leben bekannt. 430-428 v. C. erhielt er wohl eine Ausbildung zum Dramatiker und begann erste Stücke zu veröffentlichen. 426 v. C. verspottet er in einer Satire Kleon, die graue Eminenz der attischen Politik, der ihn daraufhin wegen Beleidigung des Volkes anklagte und sogar den Versuch unternahm, seine athenische Bürgerschaft anzufechten. Um 406 v. C. wird eine seiner Komödie bei den Lenäen zum zweiten Mal aufgeführt, eine herausragende Auszeichnung, die keinem anderen Dichter zuteil wurde. Insgesamt gewann er sechsmal die Dionysien und die Lenäen. Wahrscheinlich ist er etwa um 385 v. C. in Athen verstorben.

 
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Theaterstücke (7)
Die Vögel
In einer Fassung von Gert Jonke
von Gert Jonke
Nach Aristophanes
UA: Volkstheater Wien, 20.1.2002. R: Georg Staudacher
Gebrat und Hoffer sind auf der Suche nach einer von "öffentlichrechtlich-wirtschaftskrimineller Geldgiererei" freien Stadt. Im Gespräch mit dem in einen Vogel verwandelten Tereseus finden sie im Leben der Vögel, wonach sie suchen. Nach Anweisung Gebrats sollen die Vögel – angeblich einst die Herrscher der Welt – sesshaft werden und eine Stadt in die Luft bauen, von wo aus sie die Menschen lenken und die Götter durch Einführung neuer Transit- und Zollvorschriften in ihrem Herrschaftsanspruch herausfordern können. Unter dem Kommando Gebrats machen sich die Vögel an die Arbeit. Währenddessen treten Vertreter verschiedener Berufsstände und mythische Gestalten auf: ein Poet, der sich von jeher den Vögeln zugehörig fühlt und ihren Flug entziffern kann, ein geschäftstüchtiger Consulter, der den Vögeln die Idee, fliegen zu können, symbolisch mit einem Modellflugzeug bezahlen will, u.a. Als schließlich drei Boten der Götter zu Verhandlungen in die fertiggestellte Luftstadt "Himmelblau" kommen, schafft Gebrat es mühelos, den Machtanspruch der Vögel gegenüber den Göttern zu verteidigen.
In Gert Jonkes Werk sind Vögel häufig Zielfiguren und Möglichkeitsweisen, Chiffre für Grenzüberschreitung und Utopie. Beinahe logisch, dass der österreichische Theaterdichter sich der aristophaneischen Komödie annehmen, sie sich aneignen musste. Beinahe ebenso logisch, dass eine solche Aneignung bei Jonke - zumindest im zweiten Teil - zu einer Neuschöpfung des Stücks führen musste, in der die Figuren der griechischen nunmehr zu Figuren der Jonkeschen Mythologie geworden sind und in der die Einverleibung, Einversprachlichung des alten Stoffes ein entscheidendes Stück weitergetrieben ist.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Die Weibervolksversammlung (Ekklēsiázousai)
In einer Fassung von Hansjörg Schneider
von Hansjörg Schneider
Freie Bearbeitung der Komödie von Aristophanes
nach der Übersetzung von Ludwig Seeger
UA: Theater für den Kanton Zürich, Winterhur, 1.7.1995. R: Markus Emmenegger
"Die Frauen Athens sind empört über die Politik ihrer Männer, die von ständigen Kriegen, Habsucht und Rüstungspolitik geprägt ist. Angeführt von der klugen und mutigen Praxagora verkleiden sich die Frauen als ihre eigenen Ehemänner und gelangen so in die nur den Männern vorbehaltene Volksversammlung. Dort setzen sie aufgrund ihrer Stimmenmehrheit auf demokratischem Wege durch, dass die Macht im Staat an sie übergeht. Die Männer sind mehr als überrascht von ihrer unerwarteten Entmachtung, doch als Praxagora zu erkennen gibt, dass sie nach einem genau durchdachten Konzept handeln möchte, um das Elend zu beseitigen, wird sie dafür respektiert: Das Konzept der Frauen ist eine egalitäre, libertäre Gesellschaft, in der Wohlstand, Gleichberechtigung der Geschlechter und aller Menschen herrscht, freie Liebe praktiziert wird und jeglicher Besitz zum Gemeingut wird." (Wikipedia)
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum
Das Werk ist in folgenden Mundartfassungen erhältlich:
1. Die Weibervolksversammlung.
2. D' Wiiberlandsgmeind. Schweizerdeutsch von Hansjörg Schneider




Lysistrata (Lysistrate)
In einer Fassung von Friedrich Karl Waechter
Eine musikalische Belagerung
Singspiel nach Aristophanes
von Friedrich Karl Waechter
UA: Junges Theater Göttingen, 28.12.1997. R: Rolf Johannsmeier
Friedrich Karl Waechter hat die berühmteste Komödie der Antike in ein Singspiel umgeschrieben, das zwischen drastischer Obszönität und fast mystischer Poesie das Thema für unsere Tage auslotet. Eine musikalische Satire über die Möglichkeit und Unmöglichkeit der Geschlechter, zusammenzukommen, die der Komponist Kurt Böhm zur kleinen Rockoper erweitert hat.
Besetzung ad libitum
Besetzung ad libitum




Lysistrate (Lysistrate)
Deutsch von Peter Krumme
von Aristophanes
Aus dem Griechischen von Peter Krumme
UA der Übersetzung: Staatstheater Karlsruhe, 26.3.1992. R: Wolfram Mehring
In der Überzeugung, "dass die schlichte Wiedergabe des Originals den heutigen Theatermachern und -besuchern kaum noch zu erreichen vermag", so Peter Krumme, habe er die Komödie von Aristophanes "übersetzt und für Zeitgenossen des späten 20. Jahrhunderts zubereitet", und man muss ergänzen: Wie in seinen anderen, längst berühmten Übertragungen griechischer Klassiker hat er die formale und atmosphärische Eigentümlichkeit des Textes bewahrt.
Mit der LYSISTRATE setzt Peter Krumme seine Auseinandersetzung mit den Klassikern der griechischen Antike fort. Sophokles' ANTIGONE und die MEDEA von Euripides sind in seinen Übersetzungen aus den Spielplänen der deutschsprachigen Bühnen nicht mehr wegzudenken.
4D-6H (+ Chor)
4D-6H (+ Chor)




Lysistrate (Lysistrate)
In einer Fassung von Hansjörg Schneider
Kammermusical nach Aristophanes
von Hansjörg Schneider
Musik von Jiri Ruzicka oder von Peter Janssens
UA: Stadtheater Bern, 11.9.1982. R: Verena Strasser
Die berühmte Komödie von Aristophanes hat Hansjörg Schneider sehr frei nachgedichtet, für eine kleinere Besetzung umgeschrieben und um eingängige Lieder ergänzt. Einige schlagkräftige, gleichzeitig aber auch dichterisch konzentrierte Chansons unterbrechen den Handlungsablauf immer wieder.
5D-4H
5D-4H




Plutos oder Wie der Reichtum sehend wurde (Plutos)
In einer Fassung von Frank-Patrick Steckel
Variation auf eine altattische Komödie
Nach Aristophanes von Frank-Patrick Steckel
UA der Bearbeitung: theaterlabor bremen, 26.2.2009. R: Frank-Patrick Steckel
Aristophanes' PLUTOS wurde 388 in einer zweiten Fassung aufgeführt – die Fertigstellung der Komödie mag früher gelegen haben. Gründe für die Neufassung sind nicht überliefert, ebenso wenig der erste Text. Das Thema der Komödie ist hochaktuell, denn PLUTOS handelt von der Verteilung materieller Güter zwischen Arm und Reich und somit letztlich von Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Weil Plutos, der Gott des Reichtums, blind ist, kann er nicht sehen, wie schreiend ungerecht er seine Gaben
2D-3H (+ Chor)
2D-3H (+ Chor)




Plutos
In einer Fassung von Werner Simon Vogler
Komödie nach Aristophanes
von Werner Simon Vogler
UA der Übersetzung: Stadttheater Pforzheim, 5.1.1976. R: Hartmut Baum
PLUTOS ist sicherlich die aktuellste Komödie des Aristophanes. "Aristophanes' Komödie erhebt sich über Elende und Not, über Untergangsstimmung und Katzenjammer im geschlagenen Athen. Der Peloponnesische Krieg ist endgültig verloren, in der einst so stolzen Stadt herrschen Korruption und Willkür. Das ist der historische Hintergrund – auf der Bühne aber bricht sich befreiendes Lachen Bahn. Die Menschen träumen vom Reichtum, und haben sie ihn erlangt, verändert sich ihr Leben gründlich." (Volker Trauth)
3D-7H
3D-7H