Verlag der Autoren

 

Theater

Ur- und Erstaufführungen 2009/2010 (Auswahl) >>>

        

DIEBE beim Theatertreffen

Dea Loher

Zum Berliner Theatertreffen eingeladen ist die UA von Dea Lohers neuem Stück DIEBE  in der Regie von Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater in Berlin.

"Loher ist keine Hoffnungsträgerin des zeitgenössischen deutschsprachigen Theaters mehr, gehört zu dessen Protagonisten. Das verdankt sich dem souveränen Umgang mit Themen und Motiven und genuin dramatischen Mitteln. Ihre Kraft schöpfen sie aus einer dichterischen, vieldeutigen Sprache, die Pointen zuzuspitzen weiß und auch das Schweigen gestaltet. Es stößt das Tor zum unendlichen Raum immer wiederkehrender Fragen auf, sie wurden einst als die ewigen bezeichnet: Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir?" Die Welt
"Eine brillante, beglückende, zauberisch burleske Rêverie: arme Menschen, kleine Geschichten – reiches, großes Theater." FAZ

              

ZORN

Nino Haratischwili

Nino Haratischwilis neues Stück ZORN wurde am Deutschen Theater Göttingen uraufgeführt (R: Felix Rothenhäusler). "Als Nachwuchstalent wird Nino Haratischwili schon länger gehandelt. Jetzt hat sie ein Stück geschrieben über acht Menschen, denen ihr Leben um die Ohren fliegt. ... Haratischwili hat sich für ZORN von Zeitungsmeldungen inspirieren lassen. Die Schicksale verwebt sie über Querverbindungen zwischen ihren Figuren so, dass eine ganz eigene Intensität entsteht. Die ist auch Haratischwilis Beobachtungsgabe und ihrer Sprache zu verdanken, die den Mut zum Pathos hat." SPIEGEL online  Am 4.3. wird Haratischwili mit einem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Robert Bosch Stiftung in München ausgezeichnet. Ihre beiden Stücke GEORGIA / LIV STEIN sind in der Theaterbibliothek erschienen. 

       

QUAI WEST in Wien

Bernard-Marie Koltès

Andrea Breth hat QUAI WEST von Bernard-Marie Koltès (Ü: Simon Werle) am Wiener Burgtheater inszeniert: "QUAI WEST ist das Stück der Zeit, wie der Schwarzmaler Bernard-Marie Koltès eben einer der Autoren der Zeit ist. ... Da hat ein Autor die Krise unserer Zeit, ihre Ursachen und die Folgen haarscharf vorausgesehen. Die einen sind mit Geld als Abstraktum umgegangen und haben so alle Logik in der Wirtschaft gekippt. Die anderen haben nicht einmal den 'Abfall', Münzen und Scheine – und gierten doch gerade nach diesem handfesten Etwas. Pointierten Brecht könnte man aus dem Plot machen. Es wäre ein Leichtes, QUAI WEST handsam zurecht zu schneiden auf diesen Wirtschafts-Aspekt. Das tut Andrea Breth im Burgtheater natürlich nicht. Sie nimmt den ganzen Koltès ernst, seinen Kosmos, der in den Immigrantenvierteln vor allem ausgeprägt worden ist. Bei Breth sind und bleiben die Figuren jene grandiosen (und komplexen) Philosophierer, als die der französische Autor sie angelegt hat. Und das Burgtheater hat nicht nur die Typen dafür, sondern auch die Sprecher." nachtkritik.de

            

Ausgezeichnet!

Wilhelm Genazino

Wieder ein Preis für Wilhelm Genazino: Er wird mit dem diesjährigen Rinke-Sprachpreis ausgezeichnet. Die Hamburger Rinke-Stiftung würdigt damit Genazinos Werk, das das menschliche Dasein als "bittere Tragikomödie der Verstörung und des Verschwindens, in der das angeblich Normale wieder wunderlich wird", darstelle. So auch in seinen Stücken LIEBER GOTT MACH MICH BLIND und DER HAUSSCHRAT und COURASCHE ODER GOTT LASS NACH.

               

Carl-Zuckmayer-Medaille

Emine Sevi Özdamar

Mit der Carl-Zuckmayer-Medaille 2010 wird Emine Sevgi Özdamar ausgezeichnet. Die UA ihres neuen Stücks PERIKIZI, entstanden für RUHR.2010, ist am 28.2. am Schlosstheater Moers, R: Ulrich Greb.

          

            

          

            

"Begeisterter Beifall", "Bewegtes Publikum": Hanna Schygulla als MARIELUISE

Kerstin Specht

Am Grand Theatre von Luxemburg inszenierte die kubanische Film- und Theaterregisseurin Alicia Bustamante im Bühnenbild von Barbara Kraft Kerstin Spechts biographischen Bericht mit Hanna Schygulla in der Titelrolle der Marieluise Fleißer. "Kerstin Spechts Ein-Personen-Drama ist viel mehr als der Monolog über ein typisches Künstlerinnenschicksal jener Zeit: ein Stück über seelische Bedrückung, über Hilflosigkeit, vergebliche Ausbruchversuche, über Liebe und Abhängigkeit (...) Hanna Schygulla ist alles in einer Person: die Sehnsucht, das Grauen, Übermut und Trostlosigkeit". Trierischer Volksfreund "Hanna Schygulla interpretierte die Figur mit einer solchen Intensität und einer nachgerade phänomenalen, tief ergreifenden Sensibilität, Wandlungsfähigkeit und Unmittelbarkeit, dass das Publikum dies mit lang anhaltendem, begeistertem Beifall zu würdigen wusste." Luxemburger Wort  Deutschlandpremiere ist am 16.5. bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen.

        

DIE DURSTIGEN in Mainz

Wajdi Mouawad

DSE von Wajdi Mouawads Jugendstück DIE DURSTIGEN (Ü: Uli Menke) am Staatstheater Mainz, inszeniert von André Rößler:
"Lange, ziemlich lange haben wir kein Jugendstück mehr gesehen, das uns so berührt, ja, durchaus tief beeindruckt hat. ... Vor- und Rückblenden, Realität und Fiktion, Tod und Leben, all das ist so kunstvoll miteinander verschränkt und verwoben, die Sprache, ohne je sich anzubiedern, so dicht an den Protagonisten, dass man der etwas an den Haaren herbeigezogenen Geschichte des Gerichtsmediziners Boon bereitwillig und voller Spannung folgt. Zwei Untote sind es, die ihn wie aus heiterem Himmel bei der Arbeit heimsuchen und die mühsam verheilten Wunder der eigenen Adoleszenz aufreißen. ... Und als wäre das allein nicht abgedreht genug, platzt die Inszenierung des jungen Regisseurs André Rößler vor lauter Einfällen um ein Haar auch noch aus allen Nähten. Und hält doch. ... Es funktioniert. Und wie. ... Das Publikum war begeistert." FAZ  Nächste Vorstellungen: 20.3., 27.3.

            

Neue Stücke

Hier geht es zu der Broschüre Neue Stücke 2009 (pdf-Datei, 933KB).

                       

Münchens LEERE STADT

Dejan Dukovski

DSE von Dejan Dukovskis Zweipersonenstück über den "Bruder-Krieg" in Ex-Jugoslawien, LEERE STADT (Ü: Samuel Finzi), am Bayerischen Staatsschauspiel in München, inszeniert von Alexander Nerlich. "Das stärkste Betäubungsmittel ist die Lüge. In Dejan Dukovskis LEERE STADT entscheidet sie, dass die tote Stadt, in der zwei Brüder, der Kopfgeldjäger Gjero und der Kriegsgefangene Gjore, sich treffen, voll Leben sei. Die Lüge hält ihnen auch für eine Nacht den Krieg vom Leibe... Dukovski siedelt seine Figuren zwischen Gewaltphantasien, Todesängsten und Liebessehnsüchten an, lässt sie seelisch gleichsam abhärten durch den Balkan-Krieg, der im Untergrund seiner Dramen schwelt." FAZ

           

"Elementar-archaisches Drama": SENNENTUNTSCHI in Bern

Hansjörg Schneider

Elias Perrig hat Hansjörg Schneiders SENNENTUNTSCHI am Stadttheater Bern inszeniert: "Je weiter die skandalumwitterte Uraufführung von SENNENTUNTSCHI rückt - sie war 1972 -, desto stärker kommt hinter der vermeintlichen Pornografie ein elementar-archaisches Drama zum Vorschein. ... Elias Perrig legt die Direktheit und Intimität der Vorlage unmittelbar frei." Berner Zeitung

             

          

Gewinner des Hans-Gratzer-Stipendiums 2009

Kevin Rittberger

PUPPEN heißt der Text, mit dem sich Kevin Rittberger gegen drei Mitautoren des diesjährigen stück/für/stück-Programms durchsetzte. Zu Zeit arbeitet Rittberger an einer Fassung von Alexander Kluges Nachrichten aus der ideologischen Antike, die er am Hamburger Schauspielhaus inszeniert (Premiere 30.1.10), schreibt ein neues Stück, KASSANDRA ODER DIE WELT ALS ENDE DER VORSTELLUNG, für das Schauspielhaus Wien und die Regisseurin Felicitas Brucker und bereitet eine Fassung der Marquise von O vor, die er für die Ruhrfestspiele 2010 inszenieren wird.

               

ATROPA in Konstanz: "Neben der Wucht von Sprache, Geste und Gebärde...

Tom Lanoye

... sind es vor allem die Bilder, die diese Inszenierung in die Köpfe der Zuschauer einbrennt", schrieb der Südkurier über Konstanze Lauterbachs Inszenierung  von Tom Lanoyes Stück (Ü: Rainer Kersten): "Wie sich Schauspieler und Statistinnen bewegen, ihre Anordnung auf dem Spiel- und Schlachtfeld, das macht die ausgefeilte Regie-Leistung dieser Inszenierung aus, die ihren Höhepunkt im Showdown findet, wenn der aus dem Krieg als Sieger heimkehrende Agamemnon mit den Opfern und Folgen seiner Taten konfrontiert wird. Blumen bringen ihm die Frauen dar, weiße Lilien, die Blumen des Todes, eingesetzt als tödliche Wurfgeschosse."