Stücke fürs Seniorentheater
Gute Stücke mit tollen Rollen für ältere Darstellerinnen und Darsteller zu finden, ist oft gar nicht leicht. Hier schlagen wir ein paar Stücke vor, die für Seniorentheatergruppen besonders geeignet sind.
Als Mitglied einer Theatergruppe können Sie unsere Stücke entweder über www.theatertexte.de/data/index_search.de anfordern oder per email an theater[at]verlag-der-autoren.de bestellen.
MARLENI
Thea Dorn
Das theatralische Gipfeltreffen der beiden preußischen Diven Marlen Dietrich und Leni Riefenstahl.
"Leni sucht Marlene für ihren letzten großen Film zu gewinnen, woraus natürlich nichts wird. Das nun folgende Gerangel der beiden, gesteigert in dramaturgisch gekonnt eingesetzten Stadien, ermöglicht Einblicke, mit denen die Autorin nicht nur gute Detailkenntnis der beiden Biographien offenbart, sondern auch ein großes Gespür für Lebensentwürfe und deren szenische Umsetzung." FAZ
"Ein Theaterdebüt, das für Furore sorgen wird. MARLENI ist sauber recherchiert und voller Situationskomik. Und doch ist es mehr als gut gemachtes Boulevardtheater, nämlich intelligent zugespitzte Zeitgeschichte und Auseinandersetzung mit Politik, Kunst und Frauenrollen." Der Spiegel
"Der Text ist nicht nur Komödiantenfutter der verwegensten Art, er arbeitet wie nebenbei auch Geschichte auf: gescheit, aggressiv, ironisch." Die Deutsche Bühne
"Diese rotzfreche Unbekümmertheit: daß Zeitgeschichte so locker abgehandelt wird, ist auf dem deutschen Theater eine Seltenheit." Titel, Thesen, Temperamente
"Ein saukomisches Stück mit einem irrwitzigen Stoff." die tageszeitung
"Das Stück ist Rollenfutter allererster Güte. Bei dieser Schlacht der Giganten wird gehetzt, verletzt, mit dem ganzen Schlamm der Geschichte geschmissen, alle Vorurteile ins Spiel gebracht, vernichtet und aufgebaut. Ein Zwei-Personen-Stück voll Spannung und Unterhaltung." theater pur
MARLENI ist auch als Band der Theaterbibliothek erhältlich, zu bestellen in unserem Buchshop.
Besetzung: 2D
WITWENDRAMEN
Fitzgerald Kusz
"Ob auf dem Friedhof, der Parkbank oder im Café – die wilden Witwen rechnen mit ihren verblichenen Ehemännern ab. Mit verzweifeltem Hass und auch alkoholischer Hilfe artet die Trauerarbeit mal in verbale Leichenschändung aus, mal wird der Verstorbene nachträglich zum Helden. Die makabre Banalität kümmerlicher Hinterbliebenenromantik erschreckt zuweilen, da sie nachvollziehbar ist. Denn was tun, wenn plötzlich der einzige Mann im Haus der Hund ist? Die eigenen Krankheiten und die Gewohnheiten der Nachbarn werden zum Lebensmittelpunkt. Männerfeindliche Witze wechseln sich mit trostlos berührenden Episoden ab. Da traut sich eine Frau erst ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes an seinen Schrank und trägt fortan immer seine Jacke. Eine andere Dame lamentiert über ihren Hut – und redet doch von ihrem verstorbenem Ehemann. Das Stück zeigt Trauer, aber auch Erleichterung über den Tod des langjährigen Partners, der sich in vielen Fällen im Laufe der Ehe vom Prinzen über einen Frosch zur Kröte verwandelt hat. Da tanzt eine Witwe auch schon mal freudig auf dem Grab des Angetrauten, dem sie sich erst posthum die Meinung zu sagen traut. Ein unterhaltsamer Abend, voll ungebrochener Lebensenergie, der aber auch nachdenklich macht. Geschichten, die von Unterdrückung, aber auch aufkeimendem Selbstbewusstsein erzählen." Westdeutsche Zeitung
"Tränentreibende Trauerarbeit!" Plärrer, Nürnberg
"'Schauspiel mit Kultfaktor: die WITWENDRAMEN werden zum absoluten Kultstück avancieren. Sie begeistern total!" Allgemeiner Anzeiger
"Plötzlich sind sie da. Damen, die sich lauthals alterieren. Und dann ziehen sie ohne Pause vom Leder, dass es eine Freude ist. Die Abrechnung lauert überall." Mitteldeutsche Zeitung
„Kusz zaubert in den WITWENDRAMEN leckere Köstlichkeiten aus der Witz-Bonbonière, sein Fundus grotesker Possen scheint unendlich." QLT Kultur-Blätter
WITWENDRAMEN ist zusammen mit dem Monodrama MEIN LEBTAG in der Theaterbibliothek erschienen - erhältlich in unserem Buchshop.
Besetzung: mindestens 4D
ANNA UND MARTHA
Dea Loher
Anna ist Schneiderin. Martha ist Köchin. Beide sind alt. Alt ist auch Meier Ludwig, der Chauffeur. Lediglich die ausländische Putzfrau Xana scheint nicht zum Urgestein des Hauses zu gehören und es stellt sich die Frage, wo sie, bleich und stumm, überhaupt hingehört. Sie alle sind Dienstboten – ohne eine Herrin. Denn diese taucht nicht auf. Und sie warten. Warten und erinnern sich, verletzen sich gegenseitig, und durch die Worte, die aus ihnen hervorquellen, schaffen sie sich für Momente ein eigenes Leben. In ihren gnadenlosen Ritualen der Erinnerung und der Bosheit sind sie tragisch und komisch zugleich. Was ihnen von ihrem Leben geblieben ist, ist ein gebeugtes Rückgrat, eine kranke Seele und das Gefängnis der eigenen Geschichte. Ein deformiertes Leben, das aus der Distanz betrachtet oft nur noch zum Lachen ist.
„Loher, eine der meistgespielten Dramatikerinnen unserer Zeit, hat ‚Die Zofen’ von Genet neu erfunden und um Becketts ‚Warten auf Godot’ erweitert.“ Die Welt
Besetzung: 3D - 1H
DER TOTALE KICK
Kristof Magnusson
Eine turbulente Komödie mit wunderbaren Rollen für 4 ältere Schauspielerinnen:
Anneke, eine junge Reiseverkehrskauffrau, will endlich einmal ihre (ziemlich laienhaften) kriminellen Energien ausleben. Was liegt näher, als bei der scheinbar harmlosen Pensionärin Dorothea Schrengele einzubrechen, zumal diese für einige Wochen verreist sein soll. Doch Annekes Verlobter Donald, Internist mit eher ängstlich-verklemmtem Naturell, stellt sich bei der Aktion im Gangsterstyle denkbar ungeschickt an. Damit nicht genug, taucht alsbald die angeblich auf Amrum weilende Wohnungsinhaberin auf – mit drei Freundinnen im Schlepptau, die sie zu einem Kaffeekränzchen eingeladen hat. Die Turbulenzen sind vorprogrammiert, denn die Alten wissen sich gegen die jungen Hobby-Einbrecher durchaus zur Wehr zu setzen.
„ Eine grotesk-göttliche Farce!“ Gerhard Stadelmaier
„Magnusson drischt die Glocken zwischen den Generationen so heftig gegeneinander, bis sie grelle Pointen schlagen. Kristof Magnusson bleibt in seiner erstaunlichen Komödie gewitzt unbefangen, lockt alle Beteiligten mit ernsthaftem Interesse aus der Reserve und treibt sie dann in einen hübsch unschicklichen Spaß hinein.“ FAZ
„Die Kriminal-Farce entlarvt jugendlichen Enthusiasmus als blinden Aktionismus und harmlose Kaffeekränzchen als Neurosen-Garten. Vor allem aber liefert sie bestes Material für Schauspieler, die sich mal so richtig austoben wollen. Ein ‚Ladykracher’ mit viel Witz und guter Laune.“ Kölnische Rundschau
Besetzung: 5D - 2H
KING KONGS TÖCHTER
Theresia Walser
Das Stück spielt in einem Altersheim. Eine kleine vergessene Gesellschaft in der End-Station. „King Kongs Töchter“ sind die Pflegerinnen. Drei junge Frauen, die daran zweifeln, ob das wirklich ein Beruf sein kann, ein Beruf, in dem letztendlich nichts gelingt. Dieser Hilflosigkeit wollen sie sich nicht überlassen, was sie zu Ende bringen, soll glanzvoll sein. Sie betreiben den Tod als vitales Spiel, inszenieren die Alten in Todesszenen großer Stars…Gestorben wird an den Todestagen der Vorbilder. Der Tod ist ein Termin, sagen sie, wir sind die Chefdisponentinnen. Das Stück spielt in einer Nacht, einerseits beschreibt es den Vorgang einer solchen Inszenierung, eine alte Frausoll als Mae West auf dem Sofa sterben. Andererseits beschreibt es splitterhaft die Unruhe der alten Bewohner in ihrer schlaflosen Zeit. Doch mitten hinein stolpert Rolfi, ein junger Kerl von der Straße, ein Abenteurer…
"Wenn Theater mit Realität zu verwechseln wäre, müßte man sofort die Polizei rufen. Einerseits. Andererseits wäre ein Altersheim wie in Theresia Walsers Stück trotz aller damit verbundenen Risiken das Sterbeparadies des Jahres und auf unabsehbare Zeit ausgebucht. Vorzugsweise von Theaterkritikern und anderen Liebhabern." Theater heute
"Eines der witzigsten und intelligentesten neuen deutschen Theaterstücke." FAZ
KING KONGS TÖCHTER ist auch als Band der Theaterbibliothek erhältlich, zu bestellen in unserem Buchshop.
Besetzung: 6D - 4H
ALTE SCHACHTELN
Ingeborg von Zadow
Ingeborg von Zadow, Autorin vielgespielter Kinderstücke hat mit ALTE SCHACHTELN ihr erstes Stück für Erwachsene vorgelegt. Das klingt nach einer schön altmodischen Komödie, und alt sogar sehr alt sind die beiden Protagonistinnen, die fast hundertjährige Mutter und ihre über siebzigjährige Tochter schon, und manchmal auch recht komisch. Aber es stapeln sich auch viele "alte Schachteln" in ihrem Wohnzimmer, die der junge Großneffe vom Dachboden geholt hat: die Tochter will Inventur machen. Es wird eine Inventur nicht nur der abgelegten Sachen, es wird auch eine des abgelebten Lebens: eine in gegenseitiger Abhängigkeit sich fesselnde Mutter-Tochter Beziehung, nicht zuletzt verursacht durch die Männer. Jetzt kramen die beiden alten Schachteln in ihrem langen Leben, beide erstarrt in den Ritualen des Immergleichen. Dagegen als heutiges Kontrastmittel der junge Mann mit seinen wechselnden Freundinnen.
Ein Stück, das Gefühle nicht scheut und mit der Komik des Alters liebevoll spielt, für zwei ältere Schauspielerinnen.
„Zwei rüstige Damen voller Lebenserfahrung halten Rückschau, die eine mit Freude, die andere mit leichter Verbitterung. Da können Vorwürfe nicht ausbleiben. Ihre Geschichten sind schmerzhaft, komisch und melancholisch, bis ein lange erwarteter Brief eintrifft...“ Osterländer Volkszeitung
Besetzung: 2D - 1H