Aktuelles

"Zu den Vorzügen dieser Übersetzung ...

... gehört, dass sie jedwedes Deklamieren nahezu unmöglich macht. Selbst all die berühmten zu Tode gerittenen Sentenzen kommen hier so beiläufig und unabgenutzt daher, dass man meint, man höre sie zum ersten Mal",...weiterlesen »

© Louis Schanelec

... gehört, dass sie jedwedes Deklamieren nahezu unmöglich macht. Selbst all die berühmten zu Tode gerittenen Sentenzen kommen hier so beiläufig und unabgenutzt daher, dass man meint, man höre sie zum ersten Mal", schreibt Matthias Bischoff in der FAZ über die HAMLET-Übersetzung von Jürgen Gosch und Angela Schanelec, inszeniert von Nicolas Brieger am Staatstheater Wiesbaden.

    

Bald auch im Großen Haus: SISTERS OF SWING in Düsseldorf

"Höchste musikalische Güte", "Bravo-Rufe und viele Vorhänge für den Applaus" (Rheinische Post): SISTERS OF SWING, Beth Gillelands und Bob Beverages Stück über die legendären Andrews Sisters (Ü: Luise Rist),...weiterlesen »

© George Byron Griffiths

"Höchste musikalische Güte", "Bravo-Rufe und viele Vorhänge für den Applaus" (Rheinische Post): SISTERS OF SWING, Beth Gillelands und Bob Beverages Stück über die legendären Andrews Sisters (Ü: Luise Rist), bietet am Düsseldorfer Schauspielhaus einen "unterhaltsamen Streifzug durch eine amerikanische Künstlerinnen-Biographie während der bewegten Jahre vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg" und zugleich "eine originelle Nostalgie-Collage von unverwüstlichen Schlagern, die manche Zuschauer noch auf den Lippen haben, wenn sie aus dem Theater hinausschlendern." (Westdeutsche Zeitung) Ab Oktober läuft die Produktion (R: Dirk Diekmann) dann auch im Großen Haus.

    

Flucht, Vertreibung, Migration - Annäherungen in 12 Stücken

Augusto Boal MIT DER FAUST INS OFFENE MESSER

 

"In den Szenen bewegen sich sechs Menschen auf den Straßen des Exils, auf der Suche nach dem 'Land ohne Wind', in dem sie bleiben können, Flüchtlinge. Sie...weiterlesen »

Augusto Boal MIT DER FAUST INS OFFENE MESSER

"In den Szenen bewegen sich sechs Menschen auf den Straßen des Exils, auf der Suche nach dem 'Land ohne Wind', in dem sie bleiben können, Flüchtlinge. Sie bleiben dabei nicht die, die sie anfangs sind. Je länger die Flucht dauert, um so mehr verändert und zerstört sie die Identität der Fliehenden. Der Zwang zum Wechsel der Orte besetzt ihr Denken und verbraucht ihre Empfindungskräfte." (Peter Iden)

Besetzung: 3D - 3H

Ad de Bont MIRAD, EIN JUNGE AUS BOSNIEN

MIRAD - EIN JUNGE AUS BOSNIEN erzählt in zwei Teilen die Geschichte eines Jungen während des jugoslawischen Bürgerkrieges. Eine Geschichte über Flucht und Wiederkehr, über Vertreibung und Erinnerung.

Besetzung: 1D - 1H. Ab 13 Jahren

Gabriel Gbadamosi HOTEL ORPHEU

Joe und Joao, die traurigen Helden des Stückes, fliehen vor dem afrikanischen Bürgerkrieg in Angola nach Europa. Den Krieg haben sie hinter sich, Frieden finden sie keinen.

Besetzung: 2H

Nino Haratischwili RADIO UNIVERSE

RADIO UNIVERSE spielt in einer Nacht im August 2008 zur Zeit des Kaukasus-Konflikts. Private wie gesellschaftliche Krisen beherrschen diese Nacht, in der in Deutschland Schnee fällt, mitten im Sommer, und in der in Georgien unvermittelt Bomben fallen. Sechs einsame Figuren begleitet Haratischwili durch die Nacht: an verschiedenen Orten, mit unterschiedlichen Geschichten. Und doch sind sie alle miteinander verbunden, nicht zuletzt dank Jo, dem Radiomoderator, dessen Sendung die Grenzen von Ort und Zeit zu überwinden scheint...

Besetzung: 3D - 3H

Dea Loher FREMDES HAUS

Im Mittelpunkt von Dea Lohers Stück steht ein junger Mazedonier, Jane, der in Deutschland bei einem alten Freund der Familie Zuflucht vor dem jugoslawischen Bürgerkrieg sucht. Doch bald erkennt Jane, dass das Verhalten aller davon bestimmt ist, Geschäfte zu machen.

Besetzung: 3D - 3H

Magnet Theatre JAHR FÜR JAHR, TAG FÜR TAG, KEIN BLEIBEN

Das im südafrikanischen Kapstadt beheimatete Magnet Theatre steht seit vielen Jahren für ein stark von Choreographie, Gestik und Pantomime geprägtes Theater. So ist auch JAHR FÜR JAHR, TAG FÜR TAG, KEIN BLEIBEN eine Spielvorlage, die weniger über Dialoge erzählt, denn über Bilder und Handlungen. Das Stück handelt von Flüchtlingen. Im Mittelpunkt steht Aggie, die mit Mutter und Schwester vor einem Bürgerkrieg aus Zentralafrika flieht. Eine Irrfahrt beginnt, die die Familie über Sprach- und Landesgrenzen hinaus führt. Eine Geschichte von Beschwerlichkeit und Verlust, aber auch von Aufbruch und Trost.

Besetzung: 2D. Ab 12 Jahren. DSE frei

Wajdi Mouawad VERBRENNUNGEN

Mit "eindrucksvoller Sprachgewalt" (Die Welt) nimmt der 1968 im Libanon geborene frankokanadische Autor Wajdi Mouawad in VERBRENNUNGEN den Leser mit auf eine lange Reise, auf der schonungslos von den Anlässen für Gewalt und Blutvergießen berichtet wird. Mouawad erzählt, wie die Geschwister Jeanne und Simon die Vergangenheit ihrer Mutter Nawal erkunden, die vor dem Krieg im Nahen Osten in den sicheren Westen geflohen war, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Nawals letzter Wille überträgt den Zwillingen die Aufgabe, zwei Briefe zu übermitteln: einen an ihren tot geglaubten Vater, den anderen an einen unbekannten Bruder.

Große Besetzung ad libitum

Emine Sevgi Özdamar PERIKIZI

PERIKIZI ist eine Art Umkehrung der Homer-Odyssee. Protagonist ist hier nicht der männliche Kriegsheld Odysseus, sondern Perikizi, die sich von ihrer Heimat außerhalb Europas auf den Weg nach Europa macht, das für sie ein Ort der Fremde ist. Das Stück entstand für das RUHR.2010-Großprojekt "Odyssee Europa".

Besetzung ad libitum

Luise Rist ROSENWINKEL

Das Romandebüt der Theaterautorin, -dramaturgin und -macherin Luise Rist ist eine Geschichte über Freundschaft, Grenzen und Wege, sie zu überwinden – und über Flucht, Migration und Abschiebung. Bühnenrechte beim Verlag der Autoren:
Frida ist gerade mit der Schule fertig und weiß nicht, was sie mit sich anfangen soll. Bis sie Anita begegnet, mit der sie schnell eine besondere Freundschaft verbindet. Aber von einem Tag auf den anderen wird die neue Freundin mit ihrer Familie nach Bosnien, in die Heimat ihrer Mutter, abgeschoben. Auf der Suche nach ihr begibt sich Frida auf eine Reise in ein ihr unbekanntes Land, wo sie sich in einen jungen Bosnier verliebt und Anita schließlich mithilfe eines ehemaligen Kriegsreporters wiederfindet. Doch dann gibt es einen schrecklichen Anschlag.

Besetzung ad libitum. UA frei

Kevin Rittberger KASSANDRA ODER DIE WELT ALS ENDE DER VORSTELLUNG

Im Mittelmeer spielt sich ein alltägliches Drama ab: Halb verdurstete Flüchtlinge aus Afrika stranden in völlig überladenen Booten, in der Hoffnung, in Europa ein würdevolles Leben führen zu können. Davon handelt KASSANDRA ODER DIE WELT ALS ENDE DER VORSTELLUNG. Und zugleich handelt das Stück von der Schwierigkeit, diesem Thema gerecht zu werden. Wie schreibt man darüber, wie berichtet man? Was weiß man überhaupt? Und was will man wissen? Kevin Rittberger sucht in seinem Stück die Antwort im Wechsel von Perspektiven und Erzählformen.

Besetzung ad libitum

Kerstin Specht ZEIT DER SCHILDKRÖTEN

Sami und Ali sind nach Südeuropa geflohen. Für einen Hungerlohn arbeiten sie in Treibhäusern. Schon bald müssen die beiden Freunde begreifen, dass sie immer Ausgestoßene und Gejagte bleiben werden, lästig wie die Schmeißfliegen auf den fauligen Bergen von Gemüse, Plastikfolien und Düngemitteln, auf denen schließlich ihre beiden Leichen gefunden werden. Kerstin Specht lässt die Toten ihre Geschichte erzählen: eine Geschichte von Träumen und Hoffnungen, von Liebe, Betrug und falschen Versprechen. Ein groteskes Traumspiel, ein Totentanz zweier illegaler Einwanderer.

Besetzung: 2D - 3H - Statisten

Tanjana Tsouvelis IM GRELLEN LICHT

IM GRELLEN LICHT handelt in einer Folge knapper Szenen von der Schwierigkeit, als Migrant in einen fremden Land Fuß zu fassen: Auf einer griechischen Insel leben Einheimische, reiche Touristen und – zumeist illegale – Fremdarbeiter aus dem benachbarten Albanien. Europa im Miniaturformat: Die Illegalen werden nach Belieben geduldet oder ausgewiesen, sie führen ein Leben im Halbdunkel. Und falls sie es bis zur Arbeitsgenehmigung schaffen, lässt man sie doch nicht teilhaben. Tanjana Tsouvelis holt diesen Konflikt ans Licht und erzählt die tragische Geschichte einer albanischen Familie zwischen Anpassung und Abgrenzung.

Besetzung: 3D - 4H. UA frei

    

Anna Seghers-Preis für Nino Haratischwili

Nächste Auszeichnung für Nino Haratischwili: Die Dramatikerin, Romanautorin und Theaterregisseurin erhält den diesjährigen Anna Seghers-Preis für deutschsprachige Autoren. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung wird der...weiterlesen »

Nächste Auszeichnung für Nino Haratischwili: Die Dramatikerin, Romanautorin und Theaterregisseurin erhält den diesjährigen Anna Seghers-Preis für deutschsprachige Autoren. Die mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung wird der 32-jährigen, in Tiflis geborenen und in Hamburg lebenden Schriftstellerin am 19. November in der Berliner Akademie der Künste überreicht. Mit Eva Mattes in der Titelrolle kommt Haratischwilis LIV STEIN als freie Produktion im Herbst in Berlin heraus (R: Frank Alva Buecheler). Vorpremiere ist am 31. Oktober in der Villa Elisabeth. In Vorbereitung: SCHÖNHEIT, ein neues Stück, inspiriert von der berühmten Legende um die ungarische "Blutgräfin" Erzsébet Bathory (erscheint im Oktober in dem Band HERBST DER UNTERTANEN), und eine Dramatisierung des von der Presse gefeierten Haratischwili-Romans DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA).

    

"Wach auf, wir haben Krieg!"

... übertitelt Nino Haratischwili ihren Beitrag für ZEIT Online. Darin schildert sie, wie sie den Beginn des Georgienkriegs vor sieben Jahren miterlebt hat - und wie es Syrern und Ukrainern heute ergehen mag. Die...weiterlesen »

... übertitelt Nino Haratischwili ihren Beitrag für ZEIT Online. Darin schildert sie, wie sie den Beginn des Georgienkriegs vor sieben Jahren miterlebt hat - und wie es Syrern und Ukrainern heute ergehen mag. Die Kriegs-Erfahrungen sind auch in das Stück RADIO UNIVERSE eingeflossen, das zusammen mit ZORN in einem Band der Theaterbibliothek erschienen ist. Am 4. Dezember bringt Nino Haratischwili eine eigene Inszenierung von ZORN am Theater Freiburg heraus. Zudem bereitet sie eine Bühnenfassung ihres gefeierten Romans DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA) vor.

    

Weitere Stücke von Dario Fo und Franca Rame im Verlag der Autoren

Der Verlag der Autoren vertritt ab sofort noch mehr Stücke von Dario Fo und Franca Rame, in den Übersetzungen von Renate Chotjewitz-Häfner und Peter O. Chotjewitz, darunter die beiden berühmten Frauen-Monologe NUR KINDER,...weiterlesen »

© Sandra e Urbano Sintoni

Der Verlag der Autoren vertritt ab sofort noch mehr Stücke von Dario Fo und Franca Rame, in den Übersetzungen von Renate Chotjewitz-Häfner und Peter O. Chotjewitz, darunter die beiden berühmten Frauen-Monologe NUR KINDER, KÜCHE, KIRCHE und SEX, ABER MIT VERGNÜGEN! Die weiteren neuen Titel in unserem Programm: Die Heroine (1D), Die Oper vom groSSen Hohngelächter (7D – 8H – 7 Musiker/innen), Geschichte einer Tigerin und andere Geschichten: Die Geschichte einer Tigerin, Das erste Wunder vom Jesuskind, Dädalus und Ikarus, Isaaks Opfer (1D/H), Harlekin (1D – 1H), Hohn der Angst (2D – 4H), Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan (6D – 16H), Mutter Pace (1D).

    

Neu: DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME

Neu im Verlag ist DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME von Victor Hugo in der Bühnenfassung von Jan Kauenhowen, Christoph Nix und Miriam Reimers, entstanden für eine Freilichtproduktion des Theaters Konstanz: "Ein effektvolles...weiterlesen »

© Ilja Mess Fotografie

Neu im Verlag ist DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME von Victor Hugo in der Bühnenfassung von Jan Kauenhowen, Christoph Nix und Miriam Reimers, entstanden für eine Freilichtproduktion des Theaters Konstanz: "Ein effektvolles Spektakel (...) ideenreich und liebevoll" Südkurier  "Theater pur, prall und sinnlich, lärmend und leise (....). Eine Fassung, die in gut zwei Stunden nicht nur von den Hauptfiguren erzählt, von der schönen La Esmeralda, dem buckligen Quasimodo, dem liebestollen Dom Frollo, sondern mit Gauklern, Jongleuren, Bettlern und mit den eisigen Vertretern von Gericht sehr viel Kolorit einfängt." Thurgauer Zeitung  Besetzung: 3D - 10H - Statisten

    

"Ein saftiges, ein gut spielbares Volksstück": SIEGFRIED von Jürgen Lodemann

Als Buchausgabe ist SIEGFRIED, Jürgen Lodemanns Neufassung des Nibelungen-Stoffes, soeben bei Klöpfer & Meyer erschienen. Mit dem Autor sprach Jörg Bartel für die Neue Ruhr- und Rhein-Zeitung (24./25.7.2015) über das...weiterlesen »

Als Buchausgabe ist SIEGFRIED, Jürgen Lodemanns Neufassung des Nibelungen-Stoffes, soeben bei Klöpfer & Meyer erschienen. Mit dem Autor sprach Jörg Bartel für die Neue Ruhr- und Rhein-Zeitung (24./25.7.2015) über das Stück:

Herr Lodemann, Sie haben in 30 Jahren mehr als 1800 Druckseiten über die Nibelungensage geschrieben, ein Jugendbuch, dann einen mordsdicken aber üppig gelobten Wälzer "Siegfried und Krimhild" und jetzt haben Sie das alles in "Siegfried. Die reale Geschichte" auf 170 kleinen Seiten zu 33 Szenen eingedampft, "erneuert aus Altem und Ältestem. Ins noch Wahrscheinlichere". Was kann bei einer solchen Einschmelzung von "realer Geschichte" übrig bleiben?

Übrig bleibt, szenisch zugespitzt, die älteste deutschsprachige "Mär" mit uralten Wahrheiten, vor allem, wie Besitzdenken Unheil stiftet, mit Gier – der Drache, der heißt nun nach einer uralten isländischen Handschrift NidGir. Diese neue, die Bühnen-Fassung aus ältesten Quellen, die ist pointiert politisch. Was könnte politischer sein als die älteste Nachricht in deutscher Sprache: "Kluge Frauen stoppten das Militär". Auch wenn dies im Stück erst mal nur sehr klangvoll althochdeutsch gesagt wird. Wird stets fix übersetzt, König Gunther ist nicht gerade der Hellste, will aber meist wissen, wovon die Rede ist.

Wieso haben sie sich überhaupt in eine Geschichte verguckt, die von Vorgängen vor 1500 Jahren handelt und historisch so nie stattgefunden hat?

Darauf antworten dreißig Seiten Nachwort, mit drei Fotos zu sehr persönlichen Erinnerungen aus der zerbombten „Waffenschmiede des Reichs“. In der hatten sich hunderttausende Essener, auch meine Eltern und ich, "verguckt" in nationalistischen Größenwahn. Hat das alles "so nie stattgefunden"? "Für Riesen und Drachen", schrieb Friedrich Engels, "wird auch heute gesorgt, namentlich auf dem Gebiete von Kirche und Staat". Das Buch "Siegfried. Die reale Geschichte" nähert sich ausdrücklich "Wahrscheinlichkeiten". Weiß denn wirklich jemand, was derzeit "historisch stattfindet", in Athen? Brüssel? Teheran? Lampedusa?

Ihr Siegfried, "der Irre aus Asnithi", ist kein gut abgehangener Nationalheld, sondern – ich mische mal bunt – ein vergleichsweise moderner Mensch, Fast-Pazifist, ein Spartakus und Anti-Christ, ein Frauenverführer und Früh-Feminist. Laden Sie ihm da nicht ein bisschen viel auf seine breiten Schultern? 

Dass Siegfrieds Name „Frieden“ meint, wurde nachhaltig ignoriert. Vorgänger und Vorbild war Arminius, als Offizier in Rom nachweislich "Sigurd". Sieg"fried" wurde in den Weltkriegen missbraucht als „deutscher“ Kriegsheld, einige Fronten waren "Siegfriedlinien". In der Völkerwanderungszeit (in der des 5. Jahrhunderts) war Siegfried offenbar drauf und dran, damaligen "Polis"-Betrieb zu durchschauen, Politisches, weswegen er gemeuchelt wurde von Führenden in "Kirche und Staat", obwohl er den Hort, einen Kriegsschatz, den Wormsern geschenkt und Krimhild glücklich gemacht hatte.

Wenn man Ihr Buch liest, dann sollte man die Nibelungenfestspiele schleunigst von Worms nach Essen verlegen. Immerhin spielt die Geschichte laut Lodemann in entscheidenden Teilen zwischen Xanten und Essen, also im Königreich Ruhr. 

2010 war Xanten sogar Teil Essens, der "Kulturhauptstadt Europas" – nichts hätte ich dagegen, wenn Spiele künftig gründlicher erarbeitet würden, der neue Titel in Worms heißt "Gemetzel", das lässt hoffen. Essen hieß vor 1000 Jahren "Asnithi", "Eschen"-Ort – die "Welten-Esche" war heilig, ein Ort für Nornen, für kluge Frauen, und von denen lernt einer wie Siegfried, neu aus Ältestem, das Beste: Frieden schließen. "Er will kein Massaker."

Fürstensohn Siegfried lernt bei Alberich in "Asnithi" (Assindia, Essen) die Schmiedekunst, und das an Steinkohlefeuern. Der erste Krupp sozusagen. Und er lässt sich bei Ihnen mit Alberichs Tochter Baldinay ein, nach der in Essen ein schöner See benannt ist. Auch der Drachenkampf steigt an der Ruhr. Ist das Lodemann'scher Lokalpatriotismus, reine Phantasie oder gesicherte historische Erkenntnis? 

Ist aufregend als Tanz zwischen Wissenschaft und Phantasie. 27 Jahre wohnte ich im Essener Stadtwald, fünf Fußminuten vor dem Hügel "Heimliche Liebe", vorm Blick hinab auf den Ruhr-See, auf die prunkende Villa da unten. "Baldeney" war für mich seit je magisch. 

Aber wo ist da Wissenschaft?

Vorausgesetzt, es zog im 5. Jahrhundert einer von Xanten aus los, weil er das schon damals Entscheidende beherrschen wollte, das Schmieden von Waffen, dann fand der schon bald an der Ruhr alles, was er suchte. Eindrucksvoll zeigt das heute die aktuelle Archäologie. War das nur Zufall, dass später vom Niederrhein eine Sippe "Krupp" zur Ruhr zog, von denen einer am Ende sagen konnte, unter den Schmieden der Welt sei er der größte?

Neben uraltem Merseburger Zauber-Deutsch wird in "Siegfried" viel Latein geredet. Ein bisschen ist mir der philologisch-pädagogische Einschlag auf die Nerven gegangen. 

Völkerwanderung sorgt für Kauderwelsch. Und Latein – auch die damalige Herrschaftssprache wird für König Gunther stets übersetzt, auch für Publikum und Leser.

Ja, das macht schlauer, knirscht aber ein bisschen. Obwohl ich weiß, was das heißt, "studium semper primum omnium mundi". 

Mit diesem "über alles in der Welt" haben wir Deutschen leider nur Deutschland begrölt. Besangen nicht etwa die Welt. Oder das "Studium".

Ihre 33 Szenen sind, wie ich finde, ein saftiges, ein gut spielbares Volksstück, wahrscheinlich zwei Abende. Ich hätte mir das 2010 in Essens Kulturhauptstadtjahr auf der Bühne vorstellen können. Sie auch?

Essen hat eine enorme VorHistorie. Aber 2010 wurde schon süffig genug inszeniert, etwa auf der uralten Heerstraße Karls des Großen, auf dem "Hell"-Weg“, später B 1, Ruhrschnellweg, A 40 – ach, "erhellend" ist er fast immer, der Weg zu den Quellen, den Ursprüngen!

    

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"Der Theaterspaß könnte größer nicht sein": DER TOLLKÜHNE THEATERDIREKTOR

Zum 10-jährigen Bestehen des Festivals Barock am Main in Frankfurt-Höchst hat Rainer Dachselt zwei Molière-Stücke, die Theatersatire "Das Stegreifspiel von Versailles" und die Farce "Der eingebildete...weiterlesen »

Zum 10-jährigen Bestehen des Festivals Barock am Main in Frankfurt-Höchst hat Rainer Dachselt zwei Molière-Stücke, die Theatersatire "Das Stegreifspiel von Versailles" und die Farce "Der eingebildete Hahnrei", zu einer Komödie in hessischer Mundart montiert: DER TOLLKÜHNE THEATERDIREKTOR ODER: DIE LIEB MACHT DAPPISCH ist jetzt in der Regie von Sarah Groß und Martin Ratzinger uraufgeführt worden. "Völlig überdreht und für schwüle Sommertage bestens geeignet" zeigt das Stück im Stück den "ganz normale[n] Wahnsinn des Theaters mit Eitelkeiten, Unwägbarkeiten, Pleiten, Pech und Pannen", meint Michael Hierholzer in der FAZ: "der Theaterspaß [könnte] größer nicht sein". "Das ist schrill, das ist witzig." Die Welt, Alexander Jürgs  "Großes Kino." Frankfurter Rundschau, Judith von Sternburg

    
Premieren
Sa
13
Feb
Comedia Theater, Köln
EIN KäNGURU WIE DU
R: Rüdiger Pape
Sa
13
Feb
Theater Osnabrück
ORESTES
von Euripides
Deutsch von Peter Krumme
R: Robert Teufel
Fr
19
Feb
Staatstheater Kassel
GAUNERSTüCK
R: Maik Priebe
Fr
19
Feb
Theater Alte Brücke, Frankfurt
LOCH IM KOPF
R: Alexander J. Beck
Sa
20
Feb
Theaterpädagogisches Zentrum Hall, Hall (A)
PELIKANEN
R: Amarilla Ferenczy
Mi
24
Feb
ARGEkultur, Salzburg
KAMPF DES NEGERS UND DER HUNDE
R: Petra Schönwald
Do
25
Feb
Schnürschuh Theater, Bremen
HERR LEHMANN
R: Helge Tramsen
Fr
26
Feb
Schauspiel Essen
TOP DOGS
R: Christoph Roos
Sa
27
Feb
Theater Regensburg
DIE PRINZESSIN UND DER PJäR
R: Maria-Elena Hackbarth
Sa
27
Feb
Staatstheater Cottbus
UNSCHULD
R: Wulf Twiehaus